Unterschriftenaktion: Landwirte kämpfen um die Rhumeaue

Darum geht es: Die Fläche des Naturschutz-Großprojektes Rhumeaue zwischen Bilshausen und Hilkerode soll verkleinert werden. Das fordert Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner. Foto: Schlegel

Rosdorf/Bilshausen. Die Wogen um das Naturschutzprojekt Grünes Band an der ehemaligen Zonengrenze haben sich inzwischen weitgehend geglättet. Doch jetzt gibt es Ärger um die Rhumeaue zwischen zwischen Bilshausen und Hilkerode.

Entlang des Flusses soll ein Naturschutz-Großprojekt entstehen. „Das würde die Nutzungsmöglichkeiten für Landwirte erheblich einschränken“, kritisiert Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbandes Göttingen mit Sitz in Rosdorf.

Es geht um eine Fläche von insgesamt 850 Hektar (das entspricht der Fläche von mehr als 1100 Fußballfelder), von der gut die Hälfte landwirtschaftlich genutzt wird. Die andere Hälfte gehört dem Land Niedersachsen und wird schon renaturiert.

Die betroffenen Bereiche werden für Ackerbau und als Grünland genutzt. „Für zahlreiche Landwirte sind das für den Broterwerb wichtige Flächen“, sagt Hübner.

Deshalb fordert er, dass das Gebiet erheblich verkleinert werden. Rückenwind dafür gibt es durch eine Unterschriftenaktion, die über den Winter lief. Mehr als 110 Bewirtschafter, Grundeigentümer und betroffene Jagd-, Forst- und Feldwege-Genossenschaften haben unterschrieben. Diese Unterschriftenliste ist inzwischen an das Niedersächsische Umweltministerium gegangen.

Schon vor geraumer Zeit liefen zahlreiche Aktionen der Grundeigentümer entlang der ehemaligen Zonengrenze: Dabei wurden die Flächen für das Grüne Band entlang der früheren Grenze auf niedersächsischem Gebiet schon erheblich reduziert. „Diesen Erfolg wollen wir auch für die Rhumeaue erreichen“, so das Ziel von Hübner und den betroffenen Landwirten.

„Wir wollen, dass die Naturschutzauflagen auf freiwilliger Basis in Kooperation mit der Landwirtschaft erarbeitet werden“, stellt Achim Hübner klar. Sollte das allerdings nicht passieren, so kündigt der Landvolk-Chef weiteren Widerstand an.

Thüringen stärker betroffen

Gleichzeitig macht der Landvolk-Geschäftsführer deutlich, dass das Nachbarland Thüringen deutlich stärker von den Folgen des Naturschutzprojektes Grünes Band betroffen ist. „Entlang der gesamten ehemaligen Grenze ist ein bis zu fünf Kilometer breiter Streifen im Planungsgebiet.“ (bsc)

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