In Untersuchungshaft halb erblindet: Prozess verlängert sich

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Göttingen/Schwiegershausen. Der Prozess gegen einen 63-jährigen Sportschützen aus Schwiegershausen, der im November seinen 57-jährigen Nachbarn erschossen haben soll, wird sich noch weiter hinziehen.

Das Landgericht Göttingen ist am Freitag anstelle der eigentlich geplanten Urteilsverkündung noch einmal in die Beweisaufnahme eingetreten. Grund: Der Angeklagte ist während seiner Untersuchungshaft auf einem Auge nahezu erblindet. Der 63-Jährige wirft der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rosdorf vor, dass man ihm dort nicht die nötigen Medikamente gegeben habe. Das Gericht will nun weitere Ärzte vernehmen sowie einen Gutachter beauftragen, um zu prüfen, ob die JVA eine Mitschuld an der Verschlechterung seines Sehvermögens trifft. Sollte dies der Fall sein, müsste die Kammer dies bei der Strafzumessung berücksichtigen.

Außerdem hob die Kammer den Haftbefehl gegen den 63-Jährigen auf. Nach dem derzeitigen Stand sei es wahrscheinlich, dass der Angeklagte wegen fahrlässiger Tötung und nicht wegen versuchten Totschlages verurteilt werde.

Angesichts seiner körperlichen Beeinträchtigungen gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Angeklagte dem Verfahren entziehen werde. Auch die Haftgründe der Verdunkelungs- oder Wiederholungsgefahr seien nicht gegeben.

Der 63-Jährige soll im November vergangenen Jahres seinen Nachbarn bei einem Streit mit einer Pistole erschossen haben. Der 57-Jährige schleppte sich noch auf die Terrasse, wo er wenig später verstarb. Das Gericht will nun zunächst weitere Verhandlungstermine ansetzen. (pid)

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