Verbraucherschützer warnen: Milchmix-Drinks sind oft Zucker-Bomben

Göttingen. Gekühlte Milch-Frucht-Drinks mit Joghurt oder Buttermilch gelten als gesunde und erfrischende Snacks. Doch oft trügt die Aufmachung, so die Verbraucherzentrale Göttingen.

Trotz der Hinweise auf den niedrigen Fettgehalt und appetitlich dargestellten Erdbeeren enthalten die Drinks viel Zucker bzw. Kalorien und oft nur Fruchtsaft statt echte Früchte.

Für den intensiven Fruchtgeschmack sorgen nach Angaben der Verbraucherschützer künstliche Aromen. Die Ergebnisse eines Marktcheck der Verbraucherzentrale Niedersachsen wurden jetzt veröffentlicht. Sie überprüfte 13 Joghurtdrinks und Fruchtbuttermilchgetränke der Sorte Erdbeere auf Kalorien- und Zuckergehalt sowie auf Werbeaussagen und Zutaten:

Sieben bis zwölf Stücke Würfelzucker pro 250 Gramm Portion ermittelten die Ernährungsexperten bei den Milchmixgetränken. Im Durchschnitt werden beim Verzehr einer Portion schon Zweidrittel der täglich tolerierbaren Zuckermenge der aktuellen Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 25 Gramm pro Tag erreicht. Da die Flaschenoptik und -größe dazu verleitet, den gesamten Inhalt zu trinken, sind Zucker- und dadurch auch die Kalorienmenge noch größer, bemängelt die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Auf der Verpackung sticht bei zahlreichen Produkten der niedrige Fettgehalt von 0,1 bis 1,5 Prozent ins Auge. Diese Angabe verleitet schnell zu der Annahme, besonders kalorienarme Produkte zu kaufen, was nicht der Fall ist. Prallrote Erdbeeren auf den Verpackungen suggerieren zudem, dass frische Früchte in den Drinks seien. Tatsächlich waren nur bei wenigen Produkten „echte“ Erdbeeren zugesetzt. Aromastoffe sind in der überwiegenden Zahl der getesteten Produkte. Dass es auch ganz ohne Aromazusatz geht, beweisen zwei Drinks.

Tipp:  Wer Zuckerbomben meiden will, sollte einfach zu portionsgerechten Verpackungen mit Milch, Joghurt oder Buttermilch pur greifen und dazu frische Erdbeeren naschen oder mit einem Fruchtsaft mischen. Weitere Informationen zu der Untersuchung gibt es im Internet. (bsc)

Rubriklistenbild: © dpa

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