Verbraucherzentrale nimmt Post der Stromanbieter unter die Lupe

Strompreiserhöhungen: Die Verbraucherzentrale untersucht bei einem Projekt die Schreiben der Versorger. Foto: dpa

Göttingen. Viele Kunden erhalten derzeit Post von ihrem Energieversorger. Das Problem: In den Schreiben sind die Preiserhöhungen manchmal nur schwer zu erkennen.

Netzentgelte

Das kritisiert die Göttinger Verbraucherzentrale und ruft alle Strom- und Gaskunden dazu auf, die Mitteilungen ihrer Versorger einzureichen. Hintergrund für die Aufschläge beim Strom sind Erhöhungen der Netzentgelte und der Umlage für die Erneuerbaren Energien (EEG).

Versteckte Informationen

In der Vergangenheit gab es laut Verbraucherzentrale immer wieder Fälle, in denen die entscheidende Information in langen oder unverständlichen Briefen regelrecht versteckt war. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen nimmt die Schreiben jetzt beim Projekt „Marktwächter Energie“ genau unter die Lupe.

Alle Infos relevant

„Für unsere Untersuchung relevant sind alle Informationen, die die Kunden in den vergangenen Wochen von ihren Lieferanten erhalten haben bzw. in den nächsten Wochen noch bekommen werden – egal ob als Brief oder per E-Mail“, sagt Tiana Preuschoff, die Energierechtsexpertin im Projekt „Marktwächter Energie“. Im Zweifelsfall können die Verbraucher auch gern mehrere Dokumente einreichen.

Sieht wie Werbung aus

„Oft verstecken sich die Preiserhöhungen gerade da, wo Kunden sie am wenigsten erwarten, beispielsweise in seitenlangen E-Mails oder in Flyern, die auf den ersten Blick wie Werbung aussehen“, erläutert Preuschoff.

Sonderkündigungsrecht

Durch die intransparente Darstellung versuchen einige Lieferanten offenbar gezielt, die Kunden von einem Wechsel des Versorgers abzuhalten. Bei Preiserhöhungen haben Kunden laut Verbraucherschutz grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht. „Wer jedoch gar nicht merkt, dass sich die Preise erhöhen, kann natürlich auch nicht von seinem Kündigungsrecht Gebrauch machen“, fasst Preuschoff das Problem zusammen.

Veröffentlichung

Die Ergebnisse der Untersuchung sollen im kommenden Jahr vorgestellt werden. Die Auswertung der Daten erfolgt ausschließlich anonymisiert und unabhängig vom Einzelfall. Unter Umständen wird der Marktwächter Energie auch rechtliche Schritte einleiten. Die Dokumente der Energieversorger können per Post eingereicht oder über ein Internet-Portal übermittelt werden. (bsc)

Kontakt: Verbraucherzentrale Niedersachsen, Jüdenstraße 3, 37073 Göttingen.

www.marktwaechter-energie.de

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