Verein rettet Lebensmittel: Fairteilen statt Wegwerfen

Fairteilen: Monika Nack vom Weltladencafé mit den Göttinger Foodsharern Valerie Schenk und Stephan Monecke. Foto: Brüßler
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Fairteilen: Monika Nack vom Weltladencafé mit den Göttinger Foodsharern Valerie Schenk und Stephan Monecke. Foto: Brüßler

Göttingen. Lebensmittel vor der Mülltonne retten - das ist das Ziel des ersten Lebensmittel-Fairteilers, der im Foyer des Göttinger Weltladencafés eröffnet wurde. Die 25 Ehrenamtlichen des Vereins Foodsharing wollen  noch mehr Betriebe für ihr Projekt gewinnen.

Ein Obst- und Gemüsekorb, Bio-Produkte, Butter, Backwaren und sogar einige Flaschen Wein stehen in einem Holzregal im Eingangsbereich des Göttinger Weltladencafés an der Nicolaistraße 10. Sie sind Teil des Lebensmittel-Fairteilers des Vereins Foodsharing. Im Windfang des Weltladencafés kann jeder Göttinger sich nehmen was da ist oder bringen, was man zu viel hat, beispielsweise, wenn man in den Urlaub fährt und der Kühlschrank noch voll ist.

Bedenkenlos essen

Abgeholt haben die Produkte heute Valerie Schenk und Stephan Monecke. Sie sind zwei der 25 ehrenamtlichen Lebensmittelretter in Göttingen. Monecke erklärt: „Entweder ist das Mindesthaltbarkeitsdatum der Produkte abgelaufen, sie sehen nicht mehr ganz frisch aus oder es gibt einfach zu große Mengen davon. Man kann sie aber trotzdem noch bedenkenlos essen.“ Mit drei Göttinger Läden haben die Lebensmittelretter bereits Kooperationen, erzählt Schenk.

Mehr Regale schaffen

Die großen Ketten seien schwer zu überzeugen, ihre Produkte nicht in die Mülltonnen zu werfen. In nächster Zeit werden daher gezielt Kleinunternehmen und Bäckereien angesprochen, erklärt Valerie. Auch die Reste von Feiern oder Business-Terminen sind gern gesehene Produkte. Der Gedanke ist ein Netzwerk mit mehreren Regalen über Göttingen verteilt zu schaffen. Auch ein Kühlschrank wäre ein gern gesehener Beitrag im Kampf gegen das Wegwerfen.

Der Verein mit inzwischen 1500 Lebensmittelrettern bundesweit, sieht sich zudem nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den bestehenden Tafeln: „Die Tafel darf aus rechtlichen Gründen Produkte, die bereits abgelaufen sind, gar nicht mehr annehmen. Das was wir abholen geht definitiv nicht mehr an die Tafel.“ Dazu kommt der benötigte Berechtigungsschein, den man für das Regal der Lebensmittelretter nicht benötigt. Für Valerie ist das Wichtigste, dass keine Lebensmittel weggeschmissen werden. Sie möchte ein Zeichen setzen, wie viel wir aus Bequemlichkeit wegschmeißen, einfach weil Lebensmittel günstig sind und Menschen immer mehr haben können.

Öffnungszeiten

Das Regal ist während der Öffnungszeiten des Weltladencafés montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr erreichbar. Auch über neue Lebensmittelretter freut sich der Verein.

Infos und Kontakt: Verein Foodsharing,
E-Mail: goettingen@lebensmittelretten.de,
Tel. 01 51/42 41 87 45.

www.lebensmittelretten.de

Von Lisa Brüßler

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