Forscher wollen wissen, ob es soziale Vergleiche auch bei Tieren gibt

Vergleichen auch Affen und Vögel, wer schöner und klüger ist?

Geschickt in sozialen Aufgaben: Javaneraffen sollen im Forschungsprojekt zeigen, ob sie sich mit Artgenossen vergleichen. Foto: Schlögl/nh

Göttingen. Göttinger Forscher wollen herausfinden, ob sich, ähnlich wie Menschen, auch Affen und Vögel ständig vergleichen.

Menschen vergleichen sich permanent: Bin ich schöner, klüger, erfolgreicher als mein Nachbar? Jeder kennt ähnliche Fragen aus dem eigenen Leben. Soziale Vergleiche sind ein grundlegendes Merkmal menschlichen Verhaltens. Die zugrundeliegenden psychologischen Mechanismen wurden darum bereits intensiv erforscht.

Relativ wenig erforscht sind dagegen die evolutionären Grundlagen sozialer Vergleiche. Eine neue Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) will herausfinden, inwieweit soziale Vergleichsprozesse nicht nur bei Menschen, sondern auch bei anderen Arten mit komplexem Sozialleben wie Affen und Rabenvögeln vorkommen.

Mit Sozialpsychologen aus Köln und Verhaltensforschern aus Wien will Julia Fischer vom Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen mehr über den evolutionären Ursprung von sozialen Vergleichen herausfinden. Dazu möchten die Wissenschaftler experimentelle Paradigmen aus der Sozialpsychologie mit verhaltensbiologischen Methoden kombinieren. Sie wollen prüfen, wie die Leistung eines Tieres die Leistung eines zweiten Tieres beeinflusst.

Julia Fischer, Leiterin der Abteilung Kognitive Ethnologie des DPZ, wird diese Vergleiche mit Javaneraffen durchführen. Die asiatischen Makaken sind besonders geschickt in sozialen Aufgaben und stellen damit ideale Modelle für die vergleichende Forschung dar. In den geplanten Experimenten lösen die Tiere Aufgaben an einem Touchscreen-Computer und hören dabei, wie erfolgreich ein Tier im Nebenkäfig mit der Aufgabe umgeht. (zsh)

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