Verkauf perfekt: Gothaer Haus in Göttingen soll Neubau weichen

In bester Lage: Das Gothaer Haus an der Weender Straße, auch „Sägezahn“ genannt, soll abgerissen und durch ein modernes Wohn- und Geschäftshaus ersetzt werden. Foto: Rampfel

Göttingen. Im Norden der Göttinger Innenstadt kündigt sich eine große Baustelle an: Das Gothaer Haus, ein Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Weender Straße/Jüdenstraße, soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Das berichtet die Düsseldorfer Development Partner AG, die die marode Immoblie in bester Lage gekauft hat. Das künftige „moderne Geschäfts- und Wohnhaus“ soll eine Gesamtmietfläche von etwa 7000 Quadratmetern haben. Das entspricht der Fläche eines Fußballfeldes. Im Untergeschoss sollen zudem mehr als 60 Stellplätze entstehen.

Einen Termin für den Baubeginn gibt es noch nicht. Schon jetzt ist klar: „Auf keinen Fall in diesem Jahr“, sagte Ralf Bettges, Pressesprecher des Unternehmens aus dem Rheinland. Er rechnet nach dem Start mit einer Bauzeit von etwa 18 Monaten. Über die genaue Ausgestaltung des Projekts sollen bald die Verhandlungen mit der Stadtverwaltung beginnen, berichtet er weiter.

Im Volksmund wird das in den 1970er-Jahren entstandene Haus wegen seiner markanten Gestaltung der Südfassade auch „Sägezahn“ genannt. Bis ins vergangene Jahr hinein hing an der westlichen Fassade ein Plakat, das einen Baustart für 2015 ankündigte. Daraus wurde allerdings nichts.

Das gesamte Gelände zwischen Jüdenstraße, Weender Straße und Oberer Karspüle ist 3150 Quadratmeter groß. Die Gebäudefront zur Weender Straße ist 32 Meter lang, zur Jüdenstraße 40 Meter. Der nördliche Bereich der Weender Straße vom Stadtkern bis zum Einkaufszentrum Carré, das gegenüber zu finden ist, wurde in den vergangenen Jahren aus Sicht des Düsseldorfer Unternehmens durch die Neuansiedlung von attraktiven Filialisten erheblich aufgewertet. Die Development Partner AG will diesen Teil der Göttinger Handelslage „zusätzlich positiv beeinflussen“.

Stillschweigen

Für den Verkäufer hatte die Atos Asset Management GmbH die Verhandlungen geführt. Über den Kaufpreis wurden Stillschweigen vereinbart. Die Düsseldorfer Development Partner AG, die das Innenstadt-Gebäude gekauft hat, ist ein Spezialist bei der Entwicklung hochwertiger Einzelhandelsimmobilien und Geschäftshäuser in bevorzugten Innenstadtlagen für institutionelle und private Investoren. Das bundesweit tägige Unternehmen zählt nach eigenen Angaben zu den führenden Entwicklern in diesem Bereich. www.dp-ag.de

Stadtverwaltung erarbeitet derzeit einen Rahmenplan

Die Göttinger Stadtverwaltung erarbeitet derzeit einen Rahmenplan für das Filetstück in der nördlichen Innenstadt.

Dabei sollen nach Angaben von Stadtbaurat Thomas Dienberg drei Punkte angegangen werden:

• So möchte die Stadt mit Abriss und anschließendem Neubau erreichen, dass insbesondere die Weender Straße im Bereich des Gothaer Hauses breiter wird. Damit will die Verwaltung mehr Platz für Fußgänger, Radfahrer und den Busverkehr gewinnen. Dies könnte man erreichen, indem das neue Gebäude ein bis zwei Meter zurückgesetzt errichtet wird.

• Einzelhandel kann sich die Stadtverwaltung im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss eines Neubau vorstellen. Dabei setzt das Rathaus auf größere, zusammenhängende Flächen. Hintergrund: 97 Prozent aller Geschäfte in der Innenstadt haben eine Ladenfläche von weniger als 150 Quadratmetern. Ab dem zweiten Obergeschoss stellen sich die Verantwortlichen der Stadt Wohnungen vor.

• Außerdem muss aus Sicht der Verwaltung geklärt werden, wie der Anlieferungsverkehr für die neue Wohn- und Geschäftshaus geregelt wird. Laut Dienberg könnte das Konzept möglicherweise im März im Bauausschuss vorgestellt werden. (bsc)

Von Bernd Schlegel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.