Neuer verdächtiger Gegenstand im Schützenplatz - Stadt vergisst, Flohmarkt abzusagen

Vermutlich zweiter Blindgänger - Stadt vergisst Flohmarkt abzusagen

+
Heikle Situation: Marktbeschicker und Besucher hielten sich beim Flohmarkt auf dem Schützenplatz am Samstag direkt neben der Fläche auf, unter der Experten einen zweiten unbekannten Gegenstand geortet haben. Dieser soll sich ungefähr dort befinden, wo auf dem Foto im Hintergrund der Baukran zu sehen ist. Nach der ersten Entschärfung eines Zehn-Zentner-Blindgängers in der Nacht zu Freitag war der Schützenplatz nicht gesperrt worden.

Göttingen. Schwere Panne bei der Stadtverwaltung: Nach der Entschärfung eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Schützenplatz in Göttingen hat auf dem Gelände am Samstag ein Flohmarkt stattgefunden - obwohl im Erdreich möglicherweise eine zweite Bombe schlummert.

Am Samstagmittag lösten Polizei und Ordnungsamt den Markt auf und riegelten den Platz ab. Bis dahin hatten sich Marktbeschicker und Hunderte Besucher direkt neben der Fläche aufgehalten, unter der Experten einen weiteren unbekannten Gegenstand geortet haben.

Lesen Sie auch

Bombe in Göttingen entschärft - Evakuierung beendet

In der Nacht zu Freitag hatte der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei Niedersachsen auf dem Schützenplatz eine Zehn-Zentner-Bombe amerikanischer Bauart aus dem Krieg entschärft (HNA berichtete). Die Waffe trug einen Langzeit-Säurezünder und war deswegen auch nach 65 Jahren noch gefährlich: Der Säurezünder hätte sich jederzeit zum Sprengstoff durchfressen können, die Bombe somit jederzeit explodieren können, sagte Sprengmeister Michael Tillschneider nach der Entschärfung. Als Bombe identifiziert worden war der Gegenstand in sechs Metern Tiefe erst am Donnerstagabend. Aus dem Stand heraus hatten Polizei, Feuerwehren, Rettungsdienste und Verwaltung daraufhin rund 5000 Menschen im Umkreis von einem Kilometer um den Schützenplatz evakuiert.

Dieses Szenario könnte sich am Dienstag wiederholen: Auf dem Schützenplatz, auf dem die neue Göttinger Sportarena gebaut werden soll, hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst eine zweite Fläche ausgemacht, in der sich ein Blindgänger befinden könnte. Wie Göttingens Erster Stadtrat Hans-Peter Suermann mitteilte, ist nicht ausgeschlossen, dass am Dienstagabend das Gebiet zwischen Weender Landstraße und Hagenweg erneut gesperrt und evakuiert werden müsse. Der Schützenplatz und die Umgebung waren im Januar 1945 von Bomben getroffen worden, als alliierte Flieger einen Angriff gegen die Gleisanlagen des Göttinger Bahnhofs flogen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.