Thema Teilung

Video-Spaziergang: Neue Sicht auf die frühere Grenze im Eichsfeld

Kontraste: An der alten Zollabfertigung stellten sich die Teilnehmer der Präsentation zum Foto, im Hintergrund die neue Fußgängerbrücke über die B 247. Von links: Museumschefin Mira Keune, Historiker Rüdiger Hoffman, JT-Intendant Nico Dietrich, Theaterpädagogin und Schauspielerin Kathrin Müller-Grüß, JT-Mitarbeiter Nils Schmitt.
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Kontraste: An der alten Zollabfertigung stellten sich die Teilnehmer der Präsentation zum Foto, im Hintergrund die neue Fußgängerbrücke über die B 247. Von links: Museumschefin Mira Keune, Historiker Rüdiger Hoffman, JT-Intendant Nico Dietrich, Theaterpädagogin und Schauspielerin Kathrin Müller-Grüß, JT-Mitarbeiter Nils Schmitt.

Auf dem Kolonnenweg patroullierten bis 1989 die Jeeps der DDR-Grenztruppe. Er ist originaler Bestandteil des Grenzlandmuseums Eichsfeld. Und Eindrücke der robusten Route stehen auch am Anfang eines Video-Spaziergangs.

Göttingen/Teistungen – Im 31. Jahr der deutschen Einheit hat ein Theater-Video-Walk an diesem Sonntag, 3. Oktober, zum Tag der deutschen Einheit Premiere. Schülerinnen und Schüler des Eichsfeldgymnasiums Duderstadt haben eine „Forschungsreise“ im Grenzraum unternommen und die Geschichte der Teilung nachvollzogen. Titel: Hinterm Horizont – Grenzen im Kopf?

Die Zusammenarbeit mit dem Jungen Theater Göttingen und dem Museum sorgten für eine hohe Professionalität der einzelnen Szenen.

„Wir wollten eine neue Sichtweise auf die Grenze ermöglichen“, sagte JT-Intendant Nico Dietrich bei der Vorab-Präsentation im Museum. Die junge Genration sollte die Grenze selbst erfahren und nicht nur aus Erzählungen kennenlernen. Für das Grenzlandmuseum ist das Projekt nach den Worten von Geschäftsführerin Mira Keune Neuland, man habe neue Formate und neue Techniken aus probiert. Dabei kam die Unterstützng von Theaterpädagogen und Musemspädagogen. So entstanden im Sommer über mehrere Wochen die Aufnahmen zum Video-Walk, der 60 Minuten dauern wird.

Und so funktioniert es für Besucher: Wer kein Smartphone hat, kann sich im Museum ein Tablet leihen und die beschilderten Stationen abgehen – in der alten Zollabfertigung, im früheren Mühlenturm – einst Kommandostelle der Grenzübergangsstelle – und im Spiegelkabinett des Museums.

Am früheren Grenzzaun: Schülerinnen und Schüler aus Duderstadt bei den Dreharbeiten.

Über die Geräte kann man die jeweiligen Videos abrufen und einzelne Szenen abspielen. Es sind kurzweilige Einstellungen mit schnellen Schnitten. Monologe, Dialoge und Choreographien erspielen den historischen Raum und behandeln die Aspekte Freiheit, Flucht und Kontrolle. Gefördert wurde das Projekt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Der Premierenrundgang beginnt am Sonntag, 3. Oktober, um 11 Uhr am Grenzlandmuseum Eichsfeld. (ab Eingangsbereich). Zwei weitere Rundgänge sind geplant. Weiteres Thema ist an diesem Wochenende die Massenflucht von 50 DDR-Bürgern aus Böseckendorf vor 60 Jahren. Dazu gibt es am 3. Oktober ab 11 Uhr eine Gedenkwanderung ab Ortsmitte Böseckendorf. Bereits am Samstag, 2. Oktober, wird ab 19 Uhr der Film „Bei Nacht und Nebel“ in der Bildungsstätte gezeigt. Anschließend gibt es ein Zeitzeugengespräch. Weitere Infos gibt es hier. (Werner Keller)

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