VGH-Regionaldirektion

Versicherungen: Positive Bilanz trotz hoher Zahlungen für Unwetterschäden

Ulf Hasse

Göttingen. Versicherer sind Zahlenfüchse. Und sie lieben schwarze Zahlen. Da macht der Regionaldirektor der VGH Südniedersachsen, Ulf Hasse, keine Ausnahme: Er vermeldet mit Freude für das Geschäftsjahr gute Zahlen.

Man habe die Wettbewerbsvorteile in der Region genutzt und ausgebaut, sagte Hasse, der auch das Engagement in der Kultur- und Sportförderung betonte.

Das Fazit stellte Hasse gleich an den Anfang: „Die VGH-Versicherungen sind in den Landkreisen Göttingen, Northeim, Osterode und Goslar nach Umsatz, Kunden und Verträgen gewachsen.“ Die Beitragseinnahmen stiegen dabei verhältnismäßig stärker als die Zahl der Versicherungsverträge (plus 0,3 Prozent).

Als leichte Bremse habe die Übernahme des Kreises Goslar gewirkt, der schwächer sei als die anderen drei Kreise, analysierte Hasse. In den vier Landkreisen betreuen die 231 Mitarbeiter der VGH Südniedersachsen 416 500 Versicherungsverträge von 154 000 Kunden.

Oberstes Gebot für die VGH sei weiter die Nähe zum Kunden. „Wir haben nicht umsonst 37 Agenturen. Für uns gilt, der Kunde soll uns in zehn Minuten mit dem Auto erreichen können, mit dem Bus wird das aber schwierig.“

Klarer Marktführer ist die VGH bei den Wohngebäudeversicherungen. Kein Wunder, wurde sie doch als Brandkasse vor 260 Jahren gegründet. Die Regionaldirektion Göttingen versichert jedes dritte Wohngebäude in der der Region.

2013 verhagelten einige Wetterschäden die Bilanz: Es war laut Hasse das Jahr mit der landesweit höchsten Schadensbelastung in der Unternehmensgeschichte. In und um Göttingen schlugen Unwetter und eine Reihe von Großbränden ins Kontor. 24 300 Schadensfälle wurden der Göttinger Direktion gemeldet und mit 37,3 Millionen Euro ausgeglichen. „Dafür sind wir ja da“, sagte Hasse. Gerade in solch schadensintensiven Jahren wie 2012 und 2013 zeige sich letztlich die Stärke eines Versicherers. Bis Juni 2014 wurden bereits knapp 12 000 Schadensfälle reguliert, Volumen 20 Millionen Euro. Die Schäden durch Unwetter zeigten aber auch wie wichtig der gute Versicherungsschutz sei.

Bei den Autos freilich musste auch die VGH Kosten an die Versicherungsnehmer weitergeben. Die KfZ-Versicherungen seien das Sorgenkind und die Sparte kein Gewinnbringer. „Die Autos werden größer, technisch aufwändiger und die Reparaturen folglich immer teurer.“ Folge: Die Beiträge müssen steigen, was wiederum die Zahlen der Versicherer verbessert.

Von Thomas Kopietz

Hintergrund

Die Versicherungsgruppe Hannover (VGH) geht zurück auf die Brandkasse, die 1750 im Kurfürstentum Hannover als „Brand-Assecurations-Sozietät“ gegründet wurde. Die Anregung dazu gab der hannoversche Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz. Die Initiative ergriff der evangelische Abt zu Loccum, Georg Ebell, Vorsitzender einer regionalen Selbstverwaltung im Fürstentum Calenberg-Grubenhagen, der „Landschaft“. Durch Zusammnenschlüsse entstand 1850 die „Landschaftliche Brandkasse Hannover“.

Getragen von den Landschaften, war die Brandkasse nie ein staatliches, aber auch kein privates Unternehmen. Sie ist unverändert seit ihrer Gründung selbstständig und heimatverbunden. Als eine Art Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit hat sie keinen Eigentümer und gibt ihre Überschüsse den Versicherten zurück. Als öffentliche Versicherung ist die VGH nach Tradition und Satzung auf ihr heimisches Gebiet beschränkt sind. (tko)

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