Bürgermeister-Check

Vier Männer, ein Posten: Bewerber in Duderstadt waren sich oft einig

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Bürgermeister-Kandidatencheck in Duderstadt: (von links) Moderator Ben Thustek, Stefan Koch (CDU), Florian Lillpopp (Die Partei), Thorsten Feike (FDP), Matthias Schenke (SPD) und Schüler-Moderator Nicolas Stegemann.

Vier Männer, ein Posten: Darum geht es bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag, 1. September, in Duderstadt. Im Schulzentrum stellten sich die Kandidaten dem Bürgermeister-Check.

Organisiert wurde der Abend mit mehreren hundert Gästen von Lehrer Ben Thustek vom Eichsfeld-Gymnasium, der gemeinsam mit Schüler Nicolas Stegemann aus dem elften Jahrgang die Moderation übernahm. Sie fühlten Stefan Koch (CDU), Matthias Schenke (SPD), Thorsten Feike und Florian Lillpopp (Die Partei) auf den Zahn

Fußgängerzone

Ein wichtiges Thema, das vielen Anwohnern unter den Nägeln brennt, ist der starke Verkehr in der Fußgängerzone mit täglich etwa 800 Autos. CDU-Kandidat Koch fordert schärfere Kontrollen, damit die bestehende Satzung endlich eingehalten wird. 

Und: „Erlaubt ist Schritttempo, nicht Tempo 20, 30.“ Für Partei-Bewerber Florian Lillpopp ist die Sache klar: „Autos haben nichts in der Fußgängerzone zu suchen.“ Für FDP-Kandidat Feike sind die vielen Ausnahmegenehmigungen das Problem. 

Er schlägt vor, testweise den Bereich vom Rathaus bis zur St. Servatius-Kirche komplett für den Fahrzeugverkehr zu sperren. SPD-Bewerber Schenke macht deutlich, dass die Polizei das Verbot nicht kontrollieren könne. Das Problem aus seiner Sicht: „Im Moment denkt jeder, er darf da einfach reinfahren.“

Nahverkehr

Ebenfalls brennt vielen Einwohnern die Nahverkehrsanbindung, insbesondere der 14 Dörfer, unter den Nägeln. Florian Lillpopp (Partei) fordert eine besseren und günstigeren Nahverkehr mit guten Anbindungen nach Göttingen, in den Eichsfeldkreis und in den Harz. 

Feike (FDP) kann sich ein Rufbussystem mit Elekto-Fahrzeugen vorstellen, um die Einwohner in den Dörfern mobiler zu machen. SPD-Bewerber Schenke möchte ein nachfrageorientiertes System für den Nahverkehr und er fordert, die Fahrpreise für den zwischen Duderstadt und Göttingen Landesbus zu senken.

Digital-Offensive

CDU-Kandidat Koch setzt auf eine Digital-Offensive für Duderstadt. Dazu müsse die „digitale Infrastruktur“ (schnelles Internet) verbessert werden. Die Datenautobahn biete die Chance beispielsweise für Homeoffice in den eigenen vier Wänden und die Entwicklung von „urbanen Dörfern“.

Kampf gegen Rechts

Alle vier Kandidaten würden sich bei neuen Aktionen von rechten Gruppen in die Protestreihe stellen und dafür demonstrieren, dass „Duderstadt bunt“ bunt bleibt.

 Kandidat Koch kritisierte, dass er bei Gesprächen an Haustüren erfahren habe, dass bei manchen Schüler naus dem Untereichsfeld das Thema Nationalsozialismus im Unterricht kaum behandelt wurde. Dem widersprachen mehrere Anwesende.

Schwimmhalle

Beim Thema Sanierung der Schwimmhalle sprach sich Koch (CDU) mit Blick auf die zunehmende Zahl von Nichtschwimmern für den Erhalt des Hallenbades aus. „Wir müssen dafür kämpfen.“ Feike geht davon aus, dass die Sanierung teurer als die zugesagten Fördermittel vom Bund werden.

Große Einigkeit

Eines wurde während des gesamten Abends deutlich: Alle vier Bewerber sind sich in vielen Punkten ziemlich einig. Unterschiede gibt es vor allem bei den Wegen der Realisierung. 

Mit Blick auf die politische Lage im Untereichsfeld bemerkte SPD-Kandidat Schenke, dass Duderstadt 30 Jahre einen CDU-Bürgermeister hatte und 70 Jahre von der CDU regiert wurde: „Da muss mal Luft rein.“

Bisheriger Amtsinhaber geht Ende Oktober in den Ruhestand

Die Bürgermeisterwahl in Duderstadt war notwendig geworden, weil der bisherige Amtsinhaber Wolfgang Nolte (CDU) auf eigenen Wunsch Ende Oktober in den Ruhestand geht. Der neue Amtsinhaber wird auf sieben Jahre gewählt und tritt seinen Posten am 1. November an. 

Der Bürgermeister von Duderstadt wird nach Besoldungsgruppe B4 (Grundgehalt 8531 Euro im Monat) bezahlt. Jugendliche ab 16 Jahre dürfen bei der Bürgermeisterwahl mitwählen. 

Diese Regelung ist analog zu den Kommunalwahlen. Sollte im ersten Wahlgang am 1. September keiner der vier Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, so gibt es zwei Wochen später – am 15. September – eine Stichwahl der beiden Bewerber, die die meisten Stimmen bekommen haben.

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