Vier Schüler der Göttinger Tannenbergschule waren als Nachwuchreporter im Landtag

Kamera immer bereit: Aaron will Fotopräsident werden.

Göttingen/ Hannover. Die vier Schüler von der Förderschule für geistige Entwicklung am Tannenberg in Göttingen sind im Rahmen des n-21-Projekts, das das neue Lernen mit digitalen Medien fördern soll, im Niedersächsischen Landtag.

Es ist eine Art Polit-Presse-Praktikum: Interviews mit Politikern, Live-Übertragungen, Audio-Podcasts und etliche Berichte über die Debatten gehören zum vollgestopften Programm. Das Besondere diesmal: Zum ersten Mal überhaupt gestaltet eine Förderschulgruppe den Internetauftritt von „Landtag-online“.

Nach drei Tagen wissen sie: „Ich bin ab jetzt Tonpräsidentin“, freut sich Chiara (18). „Ich möchte Schreibpräsidentin werden“, ruft Jeni (18). „Ich natürlich Fotopräsident“, stellt Aaron (18) klar. „Fragepräsident“, antwortet Alessandro (17). Bislang übernahmen meist Oberstufenschüler die Aufgabe der Nachwuchsreporter. Jetzt aber wuseln die vier Göttinger Jugendlichen ausgerüstet mit Kamera und Digitalrekorder durch Plenum und Lobby. Die grobe Arbeitsteilung ist schnell klar. Chiara nimmt die Töne auf, Aaron fotografiert, Alessandro stellt Fragen und Jeni schreibt die Berichte. Gleich am ersten Tag gibt e den ersten Höhepunkt: In der ersten Reihe verfolgen die Schüler die Grundsteinlegung für den neuen Plenarsaal. „Da haben wir dann auch den Präsidenten umarmt“, berichten Chiara und Jeni stolz.

Ein weiteres Highlight: ein Interview mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). „Wo kommen Sie her?“, „kennen Sie Göttingen?“, „was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?“ - so lauten einige der vielen Fragen der vier Schüler. Der Regierungschef antwortet bereitwillig und lobt am Ende seine Fragesteller: „Das war ein total nettes Gespräch; ich habe mich sehr gut mit den Schülern unterhalten.“

Schüler gut vorbereitet

Patin der Landtagsvisite ist Landtagsvizepräsidentin Gabriele Andretta (SPD) aus Göttingen. Sie führt die Schüler durch das Hohe Haus, vermittelt die unzähligen Kontakte. Zur Vorbereitung waren Andretta und n-21-Projektleiterin Natalie Deseke zuvor in der Tannenberg-Schule, haben neben politischen Grundkenntnissen auch technische Tricks verraten. Chiara, Jeni, Aaron und Alessandro waren durch die Mitarbeit an ihrer Schülerzeitung und einen Besuch im Studio von Stadtradio Göttingen gut im Bilde.

„Das war cool und spannend“, zieht Jeni für alle das Fazit ihrer Parlamentsarbeit. Chiara schwärmt für die Technik, findet es auf der Zuschauertribüne langweilig. Alessandro kann von den Debatten gar nicht genug bekommen. Aaron lässt sich kaum vom Rednerpult loseisen: „Da habe ich viele Bilder geschossen.“

Angetan seien auch die Abgeordneten aller Fraktionen, berichtet Vizepräsidentin Andretta.

Beiträge im Netz

Alle Audio-Podcasts, Artikel und Fotos sind auf www.landtag-online.de und www.online-redaktionen.de/plenum07-2015 abrufbar.

Von Peter Mlodoch

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