Investor aus Bielefeld bekommt Zuschlag für Filet-Stücke an der Bürgerstraße

Voigt-Schule wird zum ArtCenter

Gehen an einen Investor auf Ostwestfalen: Der Göttinger Rat hat über den Verkauf der ehemaligen Voigt-Schule (rechts) und die ehemaligen Bapisten-Kirchen entschieden. Foto: Kopietz

Göttingen. Ein Bielefelder Galerist soll die beiden Filet-Grundstücke an der Bürgerstraße in Göttingen bekommen. Das beschloss der Rat am Mittwoch mit großer Mehrheit bei nur fünf Gegenstimmen in nichtöffentlicher Sitzung. Nach HNA-Informationen stimmten Linke und Piraten dagegen.

Der künftige Eigentümer will im Gebäude der früheren Voigt-Schule (Bürgerstraße 15) ein Atelier- und Galeriehaus, das ArtCenter Göttingen, einrichten. Die Aula soll für Veranstaltungen genutzt werden. Im Keller- beziehungsweise im Dachgeschoss will der Investor Wohn- und Arbeitsräume schaffen. Die ehemalige Baptisten-Kirche (Bürgerstraße 13) soll nach dem Konzept des Galeristen für Veranstaltungen und Gastronomie zur Verfügung stehen.

Nachdem die Stadt die beiden Objekte zum Verkauf angeboten hatte, gab es insgesamt 13 Interessenten für die Immobilien. Über den Verkauf war im Vorfeld der Entscheidung kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert worden. So reklamierte der Kulturverbund, ein Zusammenschluss von Kulturschaffenden Göttingen, dass die Objekte für die Kulturszene zur Verfügung stehen müssten. Vier der Gebote kamen aus den Reihen des Kulturverbundes.

Vor der Entscheidung über den Verkauf hatte der Verwaltungsausschuss in einer von Oberbürgermeister Wolfgang Meyer einberufenen außerordentlichen Sitzung einen am Sonntag vom Verein Filmkunstfreunde Göttingen eingereichten Einwohnerantrag für unzulässig erklären müssen. Hintergrund: Der Antrag erfüllt „die vom Gesetz vorgeschriebenen formalen Voraussetzungen“ nicht. Der Antrag hatte zum Ziel, die künftige Nutzung der ehemaligen Baptistenkirche mit einer Zweckbindung für Kino und Kultur zu versehen.

Enttäuschung

Nach der Sitzung war Gerd Nier (Die Linke) enttäuscht. Er befürchtet, dass möglicherweise die ehemalige Baptisten-Kirche wieder zum Verkauf stehen könnte. Außerdem kritisiert er, dass niemand die Bewertung der Konzepte der Interessenten durch die Stadtverwaltung in Frage gestellt habe. Mit Blick auf den großen Raumbedarf von Kulturschaffenden meinte der Kommunalpolitiker: Selbst die Kulturverwaltung der Stadt habe keine Tipps geben können, wo Probenräume zu finden sind.

Aus Sicht Fritz Güntzler (CDU) war die Entscheidung über den Verkauf eine „schwere Geburt“. Rat und Verwaltung müssten ein solches Verfahren noch üben. (bsc)

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