Verwaltungsrat stimmt Oberbürgermeister-Vorschlag zu – Linke legen Antrag vor

Voigt-Schule/Baptistenkirche: Viele Vorschläge für Nutzung

Weiter im Fokus: Die ehemalige Baptistenkirche und die benachbarte Voigt-Schule werden vorerst nicht verkauft. Die Verwaltung ist nun am Zug. Foto: Kopietz
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Weiter im Fokus: Die ehemalige Baptistenkirche und die benachbarte Voigt-Schule werden vorerst nicht verkauft. Die Verwaltung ist nun am Zug. Foto: Kopietz

Göttingen. Alle Fraktionen haben in der Sitzung des Verwaltungsrates der Stadt die Verkaufsverhandlungen für die Voigt-Schule und Baptistenkirche in der Bürgerstraße gestoppt. Der Bielefelder Investor und Galerist, der ein ArtCenter aufbauen wollte, ist aus dem Rennen.

Die Politiker nahmen damit den Vorschlag von Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) an. Der Beschluss beinhaltet auch, dass nun Varianten zur Nutzung geprüft werden, auch einen Einzug des Städtischen Museums in dem Schulgebäude, ebenso eine Nutzung der Baptistenkirche für ein Programmkino, das die Filmkunstfreunde betreiben wollen.

Vor einem Entscheidungsschnellschuss im Wahlkampf warnt der parteilose und von der CDU gestützte Kandidat Dr. Martin Rudolph. Eine vorschnelle Festlegung auf die Nutzung der Gebäude sollte vermieden werden. Der Grüne Siegfried Lieske mahnt: „Die beste Lösung ist oft, wenn die Stadt fairen Verkaufspreis festlegt und das beste Nutzungskonzept den Zuschlag erhält.“

Die Linke, die als einzige Fraktion dauerhaft gegen den Verkauf war, kündigten derweil per Pressemitteilung einen Antrag für die Ratssitzung am Freitag, 16. Mai, an. Inhalt:

• Für die Nutzung von Baptistenkirche, Voigt-Schule, Museum am Ritterplan und gegebenenfalls weitere Gebäude, wie dem ehemaligen Gefängnis am Waageplatz, soll ein Gesamtkonzept entwickelt werden, das dem Raumbedarf insbesondere von ortsansässigen Kulturinitiativen und sozialer Gruppen gerecht wird. Das Ergebnis soll in Ausschüssen vorgestellt werden.

• Die Baptistenkirche soll in städtischem Besitz bleiben und dafür soll eine Zweckbindung mit den Filmkunstfreunden geschlossen werden.

• Die Voigt-Schule soll bis zur Entscheidung an Kulturgruppen vermietet werden. Ein weiterer, längerer Leerstand sei nicht zu rechtfertigen.

Die Vorgänge um den Verkauf der Gebäude hätten gezeigt, dass klare Nutzungsbedingungen und -kriterien für städtische Gebäude entwickelt werden müssten. Ein Verkauf sei nicht immer die optimalste Lösung, so die Linken in ihrer Begründung.

Der Verein Kunst e.V. begrüßt ebenfalls die neue Entwicklung, weil die Gebäude wieder zu einer Nutzung für die Kultur möglich wäre. Nun müsse auch geprüft werden, ob aus dem von der Stadt beantragten oder geplanten Sanierungsgeld für die südliche Innenstadt der Standort Voigtschule und Baptistenkirche saniert werden könne – wenn er städtisches Eigentum bliebe, teilten Nils König, Anne Moldenhauer, Wilfried Arnold und Tobias Wolf mit. (tko)

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