Volksheimstätte baut um - Mieter müssen ausziehen

Moderner, attraktiver und höher: Die Volksheimstätte Göttingen und ihre Planung für ein saniertes Gebäude in der Weserstraße am Leineberg in Göttingens Westen. Foto:/Grafik: Volksheimstätte/nh 

Göttingen. Die Nachricht traf manche Mieter der Volksheimstätte hart: Die Bewohner in der Weserstraße 15 bis 19 am Leineberg müssen ausziehen, weil das Gebäude saniert und umgebaut wird. Die Vorstandsmitglieder der Volksheimstätte bitten um Verständnis und bieten Hilfe beim Umzug und einem möglichen Wiedereinzug an.

„Es hat einige Mieter geschockt, als wir sie während einer Versammlung in der vergangenen Woche informiert haben“, sagt Vorstand Torsten May, der Verständnis für die Sorgen der Mieter hat, aber auch sagt: „Viele waren sehr kooperativ.“ Unter dem Strich habe die Volksheimstätte aber keine andere Wahl.

Die Genossenschaft wird als Eigentümer den Wohnblock in der Weserstraße, der 1964 gebaut wurde und sanierungsbedürftig ist, komplett modernisieren und um eine Etage aufstocken.

Der Auszug der Mieter ist unumgänglich, weil das Treppenhaus entkernt wird. „Ein Zugang zu den Wohnungen wäre unmöglich, weil die Treppen verändert werden und wir einen Fahrstuhl einbauen“, erklärt May.

Am Ende, nach etwa einem Jahr Bauzeit, sollen aus den jetzt 24 identischen, etwa 90 Quadratmeter großen auch kleinere, barrierefreie Wohnungen mit neuen Zuschnitten geworden sein. „Der Bedarf für kleinere Einheiten besteht, dem tragen wir Rechnung“, sagt Vorstandsvorsitzende Heike Klankwarth.

Dass dieses Vorhaben, was fünf Millionen Euro kosten und im April 2016 beginnen wird, lohnenswert ist, betont Klankwarth: „Wir können durch die Altbausanierung weiter günstige Mieten anbieten – um die 7,50 Euro für eine vollsanierte, moderne Wohnung. Im Neubau sind diese Mietpreise nicht mehr möglich.“

Den zunächst betroffenen Mietern, die ausziehen und die Kosten dafür tragen müssen, bietet die Volksheimstätte aber einen Bonus an. Zunächst werden zwei Monatsmieten erlassen. Auch ein Wiedereinzug soll möglich gemacht werden: „Sie werden auf den Wartelisten ganz oben stehen“, kündigt Klankwarth an. Und: Einige Mieter haben schon angekündigt, wieder an „ihren“ Wohnort zurückkommen zu wollen.

Grundsätzlich könnte es aber auch Härtefälle geben, wie May und Klankwarth eingestehen. „Wichtig ist, dass wir das gemeinsam mit den Mietern regeln.“

Die Volksheimstätte hat am attraktiven, citynahen Wohngebiet Leineberg, wo auch die Städtische Wohnungsbau in den vergangenen Jahren viele Sanierungsprojekte abgeschlossen hat, noch mehr vor: Von der Stadt wurde ein Grundstück gekauft, auf dem in einem Neubau 14 kleinere 2- bis 3-Zimmer Wohnungen entstehen sollen. Investitionsvolumen etwa drei Millionen Euro. Bezug: 2017. Die Miete wird dort über neun Euro pro Quadratmeter liegen. „In den benachbarten Häusern aber beträgt die Miete weiter etwa 5,40 Euro“, ergänzt Klankwarth.

Von Thomas Kopietz

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