Landkreis und VHS Göttingen schließen Kooperationsvereinbarung ab

Volkshochschulen streben Fusion an

Vor der Fusion mit der Kreisvolkshochschule Göttingen: Die Fachbereichsleiter der VHS Göttingen mit Carola Piechota, VHS-Leiter Thomas Eberwien, Rüdiger Rohrig, Isabella Wolter, Almut Titjen und Haide Faridani bei der Vorstellung des aktuellen Programms. Archivfoto: Schröter

Göttingen. Die Kreisvolkshochschule des Landkreises Göttingen und die Volkshochschule Göttingen streben gemeinsam mit der KVHS Osterode eine Fusion zum 1. Januar 2015 an.

Erster Schritt auf dem Weg zum Zusammenschluss ist eine Kooperationsvereinbarung, die Göttingens Landrat Bernhard Reuter und der Leiter der VHS Göttingen, Thomas Eberwien, am Donnerstag unterzeichneten.

Wie der Landkreis am Freitag mitteilte, sieht die Vereinbarung vor, dass die VHS Göttingen bis Ende 2014 eine pädagogische Mitarbeiterin für den Programmbereich Sprachen, Grundbildung, Schulabschlüsse zur KVHS nach Hann. Münden abordnet, um eine derzeit unbesetzte Dreiviertelstelle auszufüllen. Außerdem werden beide Volkshochschulen ihre Programmhefte für 2014 und Frühjahr 2015 gemeinsamen vorbereiten und erstellen.

"Die Kooperation (...) ist eine Antwort auf den demografischen Wandel, der die Volkshochschulen vor große Herausforderungen stellt. Wir wollen weiterhin gute Angebote (...) in der Stadt und in der Fläche anbieten und gemeinsam noch besser werden", erklärten Reuter und Eberwien.

Reuter will am 9. September ab 15 Uhr im Kreis-Kulturausschuss ein Fusionsmodell vorstellen. Danach soll die KVHS Göttingen in einem ersten Schritt in eine GmbH umgewandelt werden und mit der KVHS Göttingen fusionieren. Diese erweiterte KVHS könnte zum 1. Januar 2015 mit der VHS Göttingen zusammengehen. (p)

Drei Fragen an Thomas Eberwien, Leiter der Volkshochschule Göttingen

Die Volkshochschule Göttingen und die Kreisvolkshochschule Göttingen haben einen Kooperationsvereinbarung getroffen und streben eine Fusion mit der KVHS Osterode an. Wir fragten Göttingens VHS-Chef Thomas Eberwien, welche Vorteile er darin sieht.

Sie wollen mit der Kooperation dem demografischen Wandel begegnen?

Thomas Eberwien: In zehn bis 15 Jahren werden 15 bis 20 Prozent weniger Menschen in der Region leben. Das trifft uns in der Stadt vielleicht weniger. Aber in der Fläche wird es immer schwieriger, Kurse voll zu bekommen.

Heißt das, dass Sie Ihr Angebot einschränken müssen?

Eberwien: Das muss nicht sein. Bei einem zunehmenden Anteil älterer Menschen werden wir ganz automatisch mehr Angebote für diese Altersgruppe machen. Das Lernbedürfnis könnte noch wachsen.

Passen die städtisch geprägte VHS und die ländlich strukturierten Kreisvolkshochschulen überhaupt zusammen?

Eberwien: Ja. Wir werden das beste aus verschiedenen Welten zusammenführen und gemeinsam auch in dünn besiedelten Gebieten weiterhin ein hochqualifiziertes Angebot auf die Beine stellen. (p)

Erwachsenenbildung: Drei Volkshochschulen in zwei Landkreisen

Mit der Fusion der Volkshochschule Göttingen mit den Kreisvolkshochschulen Göttingenund Osterode entsteht ein Bildungsträger für die gesamte Region. Die VHS Göttingen zählt 50 Mitarbeiter und 450 aktive Dozenten. Leiter ist Thomas Eberwien (49). Das Programm umfasst 1400 Angebote jährlich, die von mehr als 16 000 Teilnehmern nach dem niedersächsischen Erwachsenen Bildungsgesetz genutzt werden. Die Kreisvolkshochschule Göttingen hat 45 Mitarbeiter und plant für das bevorstehende Herbstsemester 600 Kurse. Direktor der KVHS ist Manfred Schmidt (61) Die KVHS Osterode beschäftigt sieben feste Mitarbeiter und 170 Dozenten, die jährlich rund 700 Kurse anbieten. Leiter ist Rüdiger Brakel (61). (p)

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