Vorbereitung auf Neuankömmlinge: Jeder 100. Göttinger ist Flüchtling

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Ehemalige Voigt-Schule in Göttingen: In dem Gebäude sollen vorübergehend etwa 50 Flüchtlinge untergebracht werden.

Göttingen. Derzeit leben mehr als 1400 Flüchtlinge in Göttingen. In den nächsten Wochen und Monaten werden weitere Neuankömmlingen erwartet.

Deshalb muss die Stadt nach vorübergehenden Lösungen suchen.

Somit ist etwa jeder 100. Einwohner der Uni-Stadt ein Flüchtling. Das berichtet die Göttinger Stadtverwaltung. In diesem Jahr wurde der Uni-Stadt 273 Flüchtlinge zugewiesen. Mit Blick auf die laufenden Großprojekte zur Schaffung von neuem Wohnraum für Flüchtlinge sei diese Zahl gedrosselt worden. Die Stadtverwaltung davon aus, dass die Zahl von 700 neu zugewiesenen Flüchtlingen im gesamten Jahr deutlich übertroffen wird. Unter den 1400 Flüchtlingen, die derzeit schon in der Stadt sind, gibt es mit Asylbewerber, Geduldeten und Bürgerkriegsflüchtlingen ganz unterschiedliche Gruppen. Etwa 780 von ihnen leben derzeit in Unterkünften, die von der Stadt betreut werden.

In früherer Voigt-Schule

So muss die Stadt ab der kommenden Woche 50 weitere Flüchtlinge aufnehmen, die im Rahmen eines Sonderprogramms in die Uni-Stadt kommen. Damit will das Innenministerium die vollen Erstaufnahmeeinrichtungen von insgesamt 3000 Flüchtlinge entlasten. Sie sollen vorübergehend in der früheren Voigt-Realschule untergebracht werden, in die nach einem Umbau das Goethe-Institut einziehen will.

Zur aktuellen Situation in den Flüchtlingsunterkünften sagt die Verwaltung: „Wir müssen jeden verfügbaren Platz nutzen. Das ist in Göttingen nicht anders als in anderen Städten.“

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für zwei neue große Flüchtlingsunterkünfte weiterhin auf Hochtouren: So sollen im September etwa 180 Flüchtlinge in einen Neubau auf den Zietenterrassen ziehen. Die Einrichtung wird von fünf großen Wohlfahrtsorganisationen betrieben. Jeweils sechs Flüchtlinge werden in Wohnungen mit je drei Zimmern, Küche, Bad und Flur untergebracht. Hinzu kommen drei Gemeinschaftsbereiche für Hausmeister, Sozialarbeit, Kinderbetreuung und Sicherheitsdienst.

Ab Oktober soll das ehemalige Institut für den Wissenschaftlichen Film (IWF) am Nonnenstieg zum Heim für Flüchtlinge werden. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass dort etwa 150 Flüchtlinge Platz finden. Sie sollen überwiegend in Doppelzimmern wohnen. Einige, wenige Räume werden für die Unterbringung von Einzelpersonen und Familien genutzt werden.

Außerdem werden in den kleineren Gemeinschaftsunterkünften und an den dezentralen Standorten immer wieder auch Plätze frei. Je nach Einzelfall soll dann entschieden werden, wo Familien oder die Mütter mit Kindern beziehungsweise junge Männer am besten unter kommen können.

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