Interviews mit bekannten Afro-Deutschen

Vorführung in Göttingen: ZDF-Moderatorin kämpft mit Film gegen Rassismus

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Kampf gegen Rassismus im Alltag. Jana Pareigis und der Göttinger Vorsitzende des Hauses der Kulturen, Jawed Yazdani.

Göttingen. ZDF-Moderatorin Jana Pareigis (35) hat vor etwa 80 Zuschauern im Göttinger Haus der Kulturen ihre neue Anti-Rassismus-Dokumentation „Afro.Deutschland“ gezeigt.

Es war die zweite Vorführung nach der Premiere vor Publikum in Berlin. Im Fernsehen wird der knapp einstündige Film erstmals am Sonntag, 26. März, auf Deutschen Welle TV gesendet. Online ist der Streifen ab Montag, 27. März, verfügbar. Weitere Ausstrahlungen folgen am 2. April auf Phoenix und am 5. April im Spartensender ZDF Info.

Jüngst geriet die Moderatorin in die Schlagzeilen, als die Berliner Oldtimer-Liebhaberin und Weltreisende Heidi Hetzer (79) in einem TV-Interview mit ihr gesagt hatte: „Die Schwarzen klauen alles.“ Eine rassistische Bemerkung, für die sich Heidi Hetzer später entschuldigte. Jana Pareigis hat den Vorfall mit Heidi Hetzer abgehakt und sich in ihrem Engagement gegen Rassismus bestärkt gefühlt. Ihren Erfahrungen zufolge zieht er sich durch den Alltag und beginnt schon in der Kindheit. Auch die gebürtige Hamburgerin litt darunter. „Als Kind wollte ich oft weiß sein“, erinnert sie sich. Die Bilder seien tief verankert und würden schon beim Spielen vermittelt, etwa beim „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?“ Oder mit der Vorurteil, alle Schwarzen könnten singen und tanzen.

An der Bushaltestelle hätten ihr ungefragt fremde Menschen in die Haare gegriffen. Und selbst in der einfachen Frage „Woher kommst du?“ stecke schon Ausgrenzung: Denn sie beinhalte, sie gehöre nicht dazu.

Die Folgen dieses Alltagsrassismus sind gravierend: unter anderem Benachteiligungen bei der Jobvergabe.

In ihrem Dokumentarfilm, den sie zusammen mit Redakteurin Susanne Lenz-Gleißner von der Deutschen Welle und der afro-deutschen Regisseurin Adama Ulrich gedreht hat, interviewt Jana Pareigis bekannte Afro-Deutsche. Dazu zählen unter anderem der Rapper Samy Deluxe, der frühere Profi-Fußballer Gerald Asamoah und der Zeitzeuge Theodor Michael (Jahrgang 1925), der in der NS-Zeit in Völkerschauen auftreten musste.

Sie schildern, wie es ist, als schwarzer Mensch in Deutschland zu leben – und was sich ändern müsste: Nicht auf die Hautfarbe oder andere Merkmale achten, sondern nach der Kompetenz urteilen und handeln und nicht zu Pauschalurteilen greifen.

Jana Pareigis Wunsch: „Es muss sich schnell etwas bewegen.“

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