Vorgetäuschte Entführung: Göttinger Großfamilie wollte an Geld kommen

Göttingen. Mit einem perfiden Trick haben Mitglieder einer in Göttingen lebenden Großfamilie am vergangenen Sonntag versucht, eine 63 Jahre Göttingerin um 1000 Euro zu erleichertern.

Zwei 19 und 35 Jahre alte Frauen hatten der 63-Jährigen gegen 18.30 Uhr geschildert, dass zwei Familienangehörige, eine Frau und ein Mann im Alter von 39 und 21 Jahren, wegen Zahlungsschwierigkeiten von Unbekannten aus einer Wohnung heraus entführt worden seien. Für die Freilassung würden die Entführer von der Familie jetzt 1000 Euro Lösegeld fordern, das man aber nicht habe.

Die 63 Jahre alte Göttingerin, die der Familie in der zurückliegenden Zeit bereits mehrfach mit Bargeld aus vergleichbaren „Notlagen“ geholfen hatte, informierte dieses Mal richtigerweise die Polizei.

Da zu diesem Zeitpunkt nicht auszuschließen war, dass es sich bei den Schilderungen um eine echte Entführung handeln könnte, wurde von den Ermittlern noch am Abend ein Sondereinsatz gestartet. Einsatzkräfte diverser Dienststellen wurden nach Göttingen beordert, darunter auch Spezialkräfte.

Sofort eingleitete intensive Ermittlungen führten noch in der Nacht zu dem sicheren Ergebnis, dass die Entführung nur vorgetäuscht war.

Festnahme durch Spezialkräfte

Gegen 2.30 Uhr nahmen Spezialkräfte die beiden angeblichen Entführungsopfer beim Verlassen einer Wohnung im Göttinger Stadtgebiet fest. Gegen sie und die beiden anderen Familienmitglieder wird jetzt wegen Verdachts des mehrfachen erfolgreichen sowie versuchten Betruges ermittelt.

Die Göttinger Polizei schließt unterdessen nicht aus, dass die Familie weitere Personen auf derartige oder ähnliche Weise um Geld betrogen haben könnte. Geschädigte werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0551/491-2115 zu melden.

Die weiteren Ermittlungen dauern an.

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