Bahn vertröstet Pendler Richtung Süden bis April 2012 – ICE-Triebzüge fehlen

Göttingen: Warten auf den ICE-Halt

ICE-Halt Göttingen: Weil der Deutschen Bahn ICE-Triebzüge fehlen, hat sie mehrere Stopps in der Universitätsstadt gestrichen. Erst ab April 2012 sollen einige dieser Züge wieder hier halten. Foto: Papenheim

Göttingen. Bahnpendler, die von Göttingen aus morgens nach Kassel und weiter in Richtung Frankfurt und Stuttgart fahren müssen, werden sich noch dreieinhalb Monate länger als ursprünglich erwartet gedulden müssen.

Der ICE-Halt um 7.17 Uhr, den die Deutsche Bahn Ende 2010 gestrichen hatte, soll erst zum 1. April 2012 wieder in den Fahrplan aufgenommen werden. Die Wiedereinsetzung dieses wichtigen Zuges ab April bestätigte die Bahn auf eine Nachfrage des Göttinger FDP-Bundestagsabgeordneten Dr. Lutz Knopek. Das gleiche gilt für den Gegenzug, der künftig wieder täglich um 14.43 Uhr von Göttingen in Richtung Hamburg fahren soll.

Proteste

Nach Protesten von Stadt Göttingen, dem Fahrgastverband Pro Bahn und Politikern hatte die Bahn im Januar angekündigt, den 7.17-Zug bereits ab August 2011 wieder einzusetzen. Anfang Juli zog sie dieses Zusage zurück und stellte Dezember 2011 in Aussicht.

Auf Nachfrage der HNA verwies ein Bahnsprecher darauf, dass das Unternehmen weiterhin nicht über genügend ICE-Triebzüge verfügt. Deshalb müssten immer noch mehrere ICE-Verbindungen durch Intercity-Züge (IC) ersetzt werden, die es nur auf eine Höchstgeschwindigkeit von 200 statt 250 Kilometern pro Stunde bringen. Um nicht verschiebbare Zeiten in Hannover und Frankfurt einhalten zu können, müsse der Stopp in Göttingen noch entfallen. Reisende könnten aber auf zeitnahe andere ICE-Verbindungen ausweichen.

Auf eine weitere Anfrage Knopeks teilte die Bahn mit, dass die Verbindung um 8.03 Uhr von Göttingen nach Berlin weiterhin nur montags angeboten wird. Im Sommer hatte dieser Zug vorübergehend täglich in Göttingen gehalten. An den anderen Tagen rauscht ein so genannter ICE-Sprinter von Frankfurt nach Berlin ohne Zwischenhalt in Göttingen durch. Mit dieser schnellen Verbindung habe man zusätzliche Reisende zwischen beiden Zentren gewinnen können, argumentiert die Bahn. Göttinger, die nach Berlin wollen, könnten auf Verbindungen mit Umstieg in Hannover ausweichen und seien damit fast genau so schnell wie auf dem direkten Weg.

Hamburg-Zug hält nicht

Der ICE München-Hamburg, der bis Ende 2010 in Göttingen um 19.59 Uhr abfuhr und nach dem Dr. Knopek ebenfalls gefragt hatte, wurde durch einen ICE T von Wien nach Hamburg ersetzt. Er kann nach Bahn-Angaben nicht in Göttingen halten, um Anschlussverknüpfungen in Würzburg und Hannover einhalten zu können. Göttingen sei der am schwächsten frequentierte Halt gewesen. (p)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.