2013: Erlöse weiter gestiegen

„Weender“ will Neu-Mariahilf - Evangelisches Krankenhaus verhandelt über Kauf

Komplex: Das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende an der Bundesstraße 27 gelegen wurde in den vergangenen Jahren ständig erneuert, wie Haus 1. 2013 wurde in die Technik im Haus investiert. Hier arbeiten knapp 1100 Menschen. Foto: Ramfpel/nh

Göttingen. Vielen Kliniken geht es schlecht, mehr als 50 Prozent schreiben rote Zahlen. Nicht so das Evangelische Krankenhaus Weende. Die Erlöse und die Mitarbeiterzahl sind weiter gestiegen. Und: Das „Weender“ will das Krankenhaus Neu-Mariahilf übernehmen.

Die Botschaft des medizinischen Geschäftsführers Prof. Michael Karaus in seiner Rede zum Neujahrsempfangs am Mittwochabend war deshalb eine positive: „Weende ist ein gesundes Unternehmen.“ Und das sei in einer von roten Zahlen geprägten Krankenhaus-Landschaft außergewöhnlich. Zahlen belegen das: 2013 wurden etwa 1000 Patienten mehr behandelt als 2012, vor allem Notfallpatienten und von Hausärzten eingewiesene Akutpatienten. Insgesamt kommt das „Weender“, wie es im Volksmund heißt, auf 18400 Fälle. Zum Vergleich: 2005 waren es 12400.

Mittelfristig zahle sich der Kurs aus: Man sei nicht auf schnellen Profit aus und reinvestiere den Gewinn – zum Wohle der Menschen. Als Garanten für den Erfolg nannte Karaus die hoch motivierten Mitarbeiter und zufriedene Patienten. Das Weender Krankenhaus hat aktuell 1097 Mitarbeiter, Ende 2012 waren es 1042

„Wir sind trotz der schwierigen Bedingungen auf einem sehr guten, medizinisch sauberen und erfolgreichen Weg“, bilanzierte Michael Karaus sichtlich zufrieden.

Ein Weg, der auch weiter über Bodenwellen auf dem unebenen Geläuf der Krankenhauslandschaft verlaufen wird. In der Führungsetage des Weender blickt man deshalb nach vorne und hat – wie andere Betreiber auch – ein Auge auf eine andere Göttinger Klinik geworfen: das Krankenhaus Neu-Mariahilf. So machte Karaus vor den 350 geladenen Gästen – auch das ist ein Rekord – kein Geheimnis aus den Übernahmeplänen: Man sei in „sehr intensiven Verhandlungen“ mit dem Träger in Hildesheim.

Für Karaus ist Neu-Mariahilf interessant, weil es mit der Orthopädie, Gynäkologie, Angiologie und Geburtshilfe eine wichtige Rolle in der regionalen Versorgung spiele. „Wir hoffen, an dem Standort weiter ein christliches Krankenhaus betreiben zu können“, sagte Karaus, der betonte, dass die Trägerstruktur samt regionaler Verbindung und die konfessionelle Ausrichtung bestens zusammenpassten.

Veränderungen gibt es im Weender Krankenhaus auch beim leitenden Personal: Dr. Claudia Choi-Jacobshagen hat als Chefärztin der Plastischen Chirurgie Dr. Burgkhard Miercke abgelöst, der nach 38 Jahren im Weender in den Ruhestand gegangen ist. Nicht mehr an Bord ist auch Prof. Carl-Peter Criée. Sein Nachfolger in der Pneumologie in Lenglern ist Dr. Wolfgang Körber.

Von Thomas Kopietz

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