Weihnachtshörspiel erzählt vom verschwundenen Christkind

Seit vielen Jahren werden für die Weihnachtsfeiertage beim NDR Hörspiele produziert: Das Foto entstand bei den Aufnahmen vor vier Jahren. Jan von Lingen (3.v.r.) ist seit Juni vergangenen Jahres Superintendent in Northeim. Foto: NDR/dpa

Göttingen/Hannover. Ein verschwundenes Christkind steht im Mittelpunkt des Weihnachtshörspiels im NDR. Das Stück dreht sich um eine fiktive Familie aus Braunschweig, die seit 70 Jahren das Fest mit einer Krippe mit Maria und Josef, Ochs und Esel, aber ohne Jesuskind feiert – die Figur ist nämlich verloren gegangen.

Historisches Vorbild ist eine Geschichte im Kloster Wienhausen bei Celle, wie die Evangelische Kirche mitteilte. Das fünfteilige Hörspiel „Die fabelhafte Reise von Willis Christkind“ ist an Weihnachten auf allen Landeswellen des NDR-Hörfunks zu hören.

Auf NDR 1 Niedersachsen ist die erste Folge am 24. Dezember um 10.20 Uhr zu hören. Die weiteren Teile folgen am 25. und 26. Dezember jeweils um 8.20 Uhr und 9.20 Uhr. An Heiligabend wird um 9.20 Uhr bereits ein Werkstattbericht gesendet.

Die Jesusfigur der Familie Himstedt kam, so das Hörspiel, an Heiligabend 1947 abhanden, als der sechsjährige Willi ins Krankenhaus musste und als Trost die kleine Krippenfigur mitbekam, die sein Vater geschnitzt hatte.

Doch Willi gab sie weiter an ein Mädchen, und seitdem wandert die Figur durch die Zeit und hilft Menschen im Norden. Sie taucht 1953 in Greifswald auf, 1976 in Uetersen bei Hamburg und 2009 in Wiefelstede bei Oldenburg. Am Schluss entdecken die Himstedts die Figur auf dem Lübecker Weihnachtsmarkt.

Die Idee geht zurück auf eine Predigt von Pastor Jörg Prahler aus dem Wendland. Historischer Bezug ist ein Altar mit Maria und dem Jesuskind im Kloster Wienhausen bei Celle: Dort verschwand die Jesusfigur nach dem Zweiten Weltkrieg und galt schließlich als verschollen. Jahrzehnte später kehrte sie in einem Paket ohne Absender zurück. Experten vermuten, dass ein Kind Ende der 1940er Jahre die Figur als Trostspender mitgenommen hat - in dieser Zeit waren Flüchtlinge im Kloster einquartiert.

Seit 15 Jahren

Drei Kinder und Jugendliche sowie drei professionelle Schauspieler lassen die Geschichte mit ihren Stimmen lebendig werden. Bereits seit 15 Jahren schreibt ein Team der Rundfunkkirche des NDR jedes Jahr ein neues Hörspiel für alle Landesprogramme. Dabei ging es etwa um Weihnachten auf einer stürmischen Nordseeinsel oder um den Weihnachtsfrieden in einem zerstrittenen Mietshaus. Das Hörspiel läuft auch im Internet. (epd/bsc) http://zu.hna.de/hoerspiel1216

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