Politiker auf Sommerreise in Göttingen

Ministerpräsident Weil ist von der Idee Wissenschaftsmuseum angetan

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Versuch: Stephan Weil experimentiert, beobachtet von Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel (Mitte)und Laila Samuel (links). Foto: Kopietz

Göttingen. Das Projekt ist ehrgeizig. Die Uni Göttingen will ein Wissenschaftsmuseum einrichten. Noch fehlt es dafür aber am Geld. Am Donnerstag holten die Verantwortlichen bei Ministerpräsident Stephan Weil Sympathiepunkte, als Weil auf seiner Sommerreise in Göttingen Station machte.

„16 Millionen Euro soll das Projekt kosten, eine Million Euro der Betrieb pro Jahr“, nannte Uni-Präsidentin Prof. Ulrike Beisiegel die Fakten bei dem Empfang für Weil in der Paulinerkirche. Dort, wo einst die Universität gegründet worden war und schon im Jubiläumsjahr die Ausstellung „Dinge des Wissens“ für Besuchermassen sorgte, warteten vier Präsentationen auf den Ministerpräsidenten.

Bevor er aber selbst experimentieren konnte, umriss die Direktorin der Zentralen Kustodie, Dr. Marie Luisa Allemeyer, das Projekt Wissenchaftsmuseum und erinnerte daran, dass es bereits 1716 in Göttingen ein solches gegeben hatte. „Das hat hier Tradition“, betonte Allemeyer. Das künftige Wissenschaftsmuseum im Gebäude des Zoologischen Museum am Bahnhof sei aber mit dem historischen Vorbild nicht vergleichbar: „Wir wollen Forschung, Lehre und die Präsentation der Sammlungen verknüpfen“, erklärte Allemeyer. Und Weil hatte schnell begriffen: „Es soll praktisch ein Schaufenster der Uni-Sammlungen werden.“ „Mit wechselnder Gestaltung“, ergänzte Allemeyer.

Wie das Vermitteln funktionieren soll, das erschloss sich dem Ministerpräsidenten bei der Präsentation. So erklärte Susanne Hummel welche Schätze die Pathologische Sammlung bereithält und was 150 Jahre alte Knochen für die Forschung heute bedeuten können. So wird versucht, aus den Knochen die DNA von Krankheitserregern zu extrahieren, um Basisdaten zu erhalten, die heute helfen können, resistente Krankenhauskeime zu besiegen. Spielerisch wurde es, als Weil ein mathematisches Experiment mittels Seifenlauge und einem Metallgestell starten durfte – es glückte. „Das sind seltene Erfolgserlebnisse für mich, wenn naturwissenschaftliche Experimente durch mich gelingen.“ Ein Erfolgserlebnis, das die Sommerreisestation Uni Göttingen in Weils Gedächtnis halten dürfte: „Das ist ein wirklich sehr spannendes, anregendes Projekt.“ Er sei nicht auf dem Laufenden, wie der Stand zwischen Wissenschaftsministerium und Uni seien. „Wenn ich nach Hannover komme, werde ich mich aber gleich erkundigen. Ich würde mich freuen, wenn das Projekt gelingen würde“. Zuvor hatte er die Frage in Richtung Ulrike Beisiegel gestellt: „Wie wird das Projekt denn finanziert?“ Beisiegel machte deutlich, dass man auf externe Unterstützung hoffe. „Das ist schließlich auch ein Leuchtturmprojekt für Südniedersachsen“, sagte sie augenzwinkernd.

Von Thomas Kopietz

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