illegale Geschäfte

Weiterer Prozess in Göttingen: Haftstrafen für Drogenhandel hinter Gittern

Die Justizvollzugsanstalt Rosdorf aus der Luft: In einem Prozess um illegale Drogengeschäfte wurden am Montag drei Angeklagte verurteilt.
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Die Justizvollzugsanstalt Rosdorf aus der Luft: In einem Prozess um illegale Drogengeschäfte wurden am Montag drei Angeklagte verurteilt.

Im zweiten Prozess um illegale Drogengeschäfte in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf hat das Landgericht Göttingen am Montag (09.08.2021) drei weitere Angeklagte verurteilt.

Göttingen – Ein bereits einschlägig vorbestrafter 32 Jahre alter Angeklagter aus Goslar erhielt wegen unerlaubten gewerbsmäßigen Handeltreibens mit neuen psychoaktiven Stoffen in acht Fällen eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten. Eine ebenfalls aus Goslar stammende 25-jährige Mitangeklagte hat sich nach Ansicht der Kammer in acht Fällen der Beihilfe schuldig gemacht. Sie wurde zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Ein 32-jähriger Mitangeklagter aus Delmenhorst erhielt wegen Beihilfe in drei Fällen eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung. Außerdem wurde seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Nach Überzeugung der Kammer hatte der 32-jährige Hauptangeklagte im Spätsommer 2019 den Plan gefasst, bestimmte synthetische Substanzen, die dem „Neuen-psychoaktive-Stoffe-Gesetz“ unterliegen, in die JVA Rosdorf einzuschmuggeln zu lassen, um diese dort zu „Spice“ zu verarbeiten und gewinnbringend an andere Häftlinge zu verkaufen. Der bereits mehrfach vorbestrafte Goslarer war zu dieser Zeit selbst in Rosdorf inhaftiert. Zuletzt hatte ihn das Landgericht Braunschweig im März 2019 wegen Drogenhandels zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Angeklagte sei bereits sehr schnell nach dem Urteil wieder straffällig geworden, sagte der Vorsitzende Richter Martin Speyer. Offenbar lasse er sich hartnäckig nicht davon abhalten, solche Taten zu verüben.

Die 25-jährige Frau aus Goslar war damals mit dem Hauptangeklagten liiert gewesen. Sie habe diesen bei seinen Taten unterstützt. Die 38-Jährige war Anfang Mai in einem gesonderten Prozess vom Landgericht Göttingen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Dem Urteil zufolge hatte sie die Substanzen aus Polen bezogen und dann auf Bestellung und Anweisung der 25-Jährigen hin mehreren Lebensgefährtinnen und Ehefrauen von anderen Inhaftierten der Justizvollzugsanstalt Rosdorf zukommen lassen.

Diese hatten die Kügelchen dann bei ihren Besuchen im Gefängnis zumeist von Mund zu Mund ihren Partnern übergeben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft müssen sich die drei Frauen, die in Göttingen und Uslar wohnen, demnächst ebenfalls wegen Beihilfe vor Gericht verantworten.

Mit seinem Urteil blieb das Gericht zum Teil deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. (Heidi Niemann)

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