Vor allem Frauen kommentieren

„Wer zahlt meine Pille?“: Diskussion um Verhütung bei Arbeitslosen im Netz 

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Ausweichen auf Kondome: Wer ungewollt schwanger wird, kann dafür nicht den Staat verantwortlich machen, finden viele Nutzer auf der sozialen Plattform Facebook.

Göttingen. Grüne und Familienberater schlagen Alarm: Hartz IV- und Sozialhilfeempfängerinnen haben häufig kaum Geld für Verhütungsmittel. Die Reaktionen im Internet sind gemischt. 

Hartz IV- und Sozialhilfeempfängerinnen haben häufig wenig Geld für Verhütungsmittel übrig. Besonders im Landkreis Northeim ist die Situation problematisch. Zu diesem Schluss kommen die Göttinger Grünen und die Familien-Beratungsstelle pro familia (HNA berichtete). In den sozialen Netzwerken im Internet sorgt das für ein rege Diskussion. Die Kommentatorinnen sind dabei – wenig überraschend – überwiegend Frauen.

„Wer die Pille nehmen will, kann sie sich auch leisten,“ schreibt Nutzerin Katharina E. auf der Facebook-Seite der HNA. „Man muss halt Prioritäten setzen und bei anderen Dingen sparen.“ Viele Kommentatoren halten die Angaben über den Preis einer Pillenpackung zudem für überzogen. Das Verhütungsmittel koste zwischen fünf und 22 Euro im Monat, hatte Lisa Kastner, Leiterin der pro familia-Beratungsstelle in Göttingen, erklärt. „Man bekommt die Pille schon für unter 35 Euro für sechs Monate“, kommentiert etwa Nutzerin Jaqueline A.

Wer zahlt meine Pille?

Die Forderung von Grünen und pro familia, dass die Kosten für Verhütungsmittel für Leistungsbezieherinnen endlich nach einer bundeseinheitlichen Regelung offiziell übernommen werden, stößt nicht nur auf Verständnis. „Ich studiere und habe 350 Euro, von denen ich alles (auch Miete) zahlen muss. Wer zahlt mir meine Pille?“, will Jeanny L. in ihrem Beitrag wissen. Ähnlich klingt das bei Katrin B.: „Ich gehe voll arbeiten, mit meinen Ausgaben bleibt unterm Strich auch nicht viel, und ich muss meine Verhütungsmittel finanzieren.“

Auch Männersache

Doch es gibt auch Zustimmung: „Schon viel zu lange kümmert sich keiner um dieses Problem“, findet Sabine O., „das ist sehr unsozial.“ Und ganz pragmatisch sieht es Facebook-Nutzerin Vanessa N. macht deutlich: Die Frauen sollen bei den Kosten für die Verhütungsmittel den Partner miteinbeziehen. „Kondom überziehen ist einfacher als Windeln wechseln“, schreibt sie.

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