Was kann man nach einem Stich alles beachten muss

Fragen und Antworten: Wespen-Alarm im Klinikum

Beim Naschen von Erdbeerkonfitüre: Ein Stich einer solchen Wespe kann ernsthafte Folgen haben. Das Universitätsklinikum muss täglich Stichopfer behandeln. Foto: dpa

Göttingen. Täglich müssen derzeit Patienten wegen Beschwerden nach Wespenstichen in der Göttinger Universitätsmedizin behandelt werden. Was man nach einem Stich tun muss, diese Fragen beantwortet Prof. Dr. Thomas Fuchs Leiter der Allergologie in der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie.

Warum gibt es derzeit Wespen-Alarm im Krankenhaus?

Im Gegensatz zu den vergangenen zwei Jahren gibt es zurzeit besonders viele Wespen. Das ist auffällig und für viele Menschen beunruhigend. Es kommen immer wieder Patienten ins Klinikum wegen Reaktionen nach Bienen- oder Wespenstichen. Manche werden sogar stationär aufgenommen. Sie müssen im Allgemeinen ein bis zwei Tage bleiben.

Gibt es Hausmittel, die helfen, wenn man gestochen wird?

Es ist sinnvoll, die Einstichstelle zu kühlen. Die Gefäße in der Haut ziehen sich dadurch zusammen. Dann wird die Reaktion auf den Stich nicht so intensiv erlebt.

Gibt es noch einen weiteren Tipp?

Ein zweites Hausmittel, das allerdings eine allergische Reaktion nicht verhindern kann, ist eine aufgeschnittene Zwiebel. Die klebt man mit einem Heftpflaster an der betroffenen Stelle auf die Haut und belässt die Zwiebel dort mehrere Stunden. Das riecht zwar, aber die Zwiebel ist im Einzelfall in der Lage, die Schwellung zu unterdrücken, solange sie auf der Haut ist. Weitere wirksame Hausmittel gibt es nicht.

Wie sieht die normale Reaktion auf einen Stich aus?

Normale Reaktionen auf Stiche von Wespen oder Bienen sind Rötung, Schwellung, Juckreiz und Schmerzen.

Wann sollte der Notruf gewählt beziehungsweise ein Arzt nach einem Stich konsultiert werden?

Bei allen Reaktionen, die über das normale Maß hinausgehen. Im Allgemeinen sind das allergische Reaktionen. Dabei können Hautausschlag und Juckreiz, auch bekannt als Nesselfieber auftreten, eventuell auch Atemnot mit Husten, oder das Gesicht schwillt an – alles oft fernab vom eigentlichen Stich. Spätestens dann sollte man handeln.

Was ist in diesem Fall unbedingt zu tun?

Man sollte sich nicht scheuen, den Notruf 112 zu wählen, um den Notarzt zu alarmieren. Bei einer allergischen Reaktion braucht der Patient schnell bestimmte Medikamente, um Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen zu verhindern. Da ist Eile geboten.

Was ist, wenn man ein Getränk zu sich genommen hat, und zum Beispiel in den Rachen oder die Zunge gestochen wurde?

Das kann ebenfalls sehr gefährlich werden. Denn Zunge oder Rachen können so stark anschwellen, dass die Atemwege verlegt werden. Auch da muss man schnell handeln und den Notruf wählen.

Was sollte jemand tun, der bereits allergische Reaktionen hatte?

Dann sollte man einen Spezialisten aufsuchen, einen Allergologen. Er macht bestimmte Tests und Untersuchungen. Dabei kann herauskommen, dass eine Wespengift-Allergie besteht.

Was muss bei festgestellter Allergie gegen Wespengift beachtet werden?

Der Patient muss ständig Notfallmedikamente mit sich führen, damit sie nach einem Stich sofort eingesetzt werden können. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient ähnlich heftige Reaktionen nach einem erneuten Stich hat, ist hoch. Daher sollte zusätzlich eine Immun-Therapie mit Wespengift erfolgen, mit der ein praktisch vollständiger Schutz erreicht werden kann.

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