Wieder Bombenfund: Gebiet um Göttinger Schützenplatz derzeit abgeriegelt

Göttingen. Kurz nach 15 Uhr wurde am Dienstag aus der Vermutung Gewissheit: Bei dem am Freitag in sieben Metern Tiefe unter dem Göttinger Schützenplatz georteten Gegenstand handelt es sich ebenfalls um einen Blindgänger.

Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der niedersächsischen Polizei identifizierten den Metallkörper als amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Sprengkörper, der mit einem Säuresünder versehen ist, sollte noch in der Nacht zum heutigen Mittwoch entschärft werden.

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Es war die zweite Bombe innerhalb von knapp einer Woche, die bei den Vorbereitungsarbeiten für den Bau der neuen Sportarena entdeckt wurde. Die erste, ein Zehn-Zentner-Exemplar, wurde in der Nacht zu Freitag von den Experten entschärft.

Dabei kam ein neuartiger Roboter mit einem ferngesteuerten Wasserstrahl-Schneidegerät zum Einsatz (die HNA berichtete). Schon bevor das Ergebnis der Untersuchung feststand, bereiteten Mitarbeiter von Stadt, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Technischem Hilfswerk gestern die Evakuierung der Anwohner vor.

Die Absperrung des Gebietes hat begonnen.

Am Abend wurden die Straßen rund um den Schützenplatz abgesperrt, danach sollten die rund 7200 Menschen im Gebiet zwischen Weender Landstraße, Berliner Straße, Groner Landstraße, Levinstraße und Hagenweg ihre Wohnungen verlassen.

Wie bereits in der vergangenen Woche dienten die Heinrich-Heinrich-Schule im Stadtteil Grone und das Max-Planck-Gymnasium in der Innenstadt als Anlaufstellen für die Evakuierten. Die Entschärfung der Bombe hatte auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Ab 22.30 Uhr sollte der Göttinger Bahnhof gesperrt werden.

Die Auswirkungen auf den Zugverkehr sind auch der Grund dafür, dass die Entschärfung, wie bereits in der vergangenen Woche, in die Abendstunden gelegt wurde.

„Wir nehmen damit Rücksicht auf den innerdeutschen und europäischen Fernzugverkehr, der bei einer längeren Unterbrechung tagsüber stark in Mitleidenschaft gezogen würde“, sagte der Sprecher der Stadtverwaltung Göttingen, Detlef Johannson. Außerdem stünden in den Abendstunden viele öffentliche Gebäude leer, auch die meisten Betriebe hätten geschlossen. (ket)

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