Wieder ein Leibniz-Preis nach Göttingen - für Chemiker Lutz Ackermann

Lutz Ackermann, Chemiker der Uni Göttingen. Foto: nh

Göttingen. Im Fußball nennt man das Hattrick: Der Forschungsstandort hat auch im dritten Jahr in Folge einen Leibniz-Preisträger: diesmal wird der Chemiker Lutz Ackermann (43) den renommierten Preis erhalten. Er ist der einzige Niedersachse unter zehn Wissenschaftlern. Die Auszeichnung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist mit jeweils 2,5 Millionen Euro dotiert. Die Preisträger können das Geld bis zu sieben Jahre lang nach eigenen Vorstellungen für ihre weitere Forschungsarbeit verwenden.

Göttingen sehr erfolgreich

Der Forschungsstandort Göttingen Campus ist überaus erfolgreich bei der Vergabe der Leibniz-Preise: So hatten zuletzt 2015 der Hörforscher der Universitätsmedizin Tobias Moser und 2016 die Biochemikerin Marina Rodnina vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie einen Leibniz-Preis bekommen.

Lutz Ackermann, Leiter des Instituts für organische und biomolekulare Chemie an der Uni Göttingen, wird für seine herausragenden Leistungen auf dem Forschungsgebiet der organischen Chemie ausgezeichnet. Sie freue sich, dass einer der renommiertesten deutschen Wissenschaftspreise an einen niedersächsischen Forscher gehe, sagte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic’ (Grüne).

Umweltschonend

Weltweite Aufmerksamkeit erhielt Ackermann für Arbeiten zur katalytischen Aktivierung von Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindungen. Durch die von ihm und seinen Mitarbeitern entwickelten Verfahren sind neue und ressourcenschonende Herstellungswege für wichtige chemische Produkte möglich geworden. Durch weitere Arbeiten schuf Ackermann zudem neue Konzepte für eine umweltschonende Synthesechemie.

Herausragender Forscher

„Wir gratulieren Lutz Ackermann zu diesem großen Erfolg und freuen uns sehr über die Auszeichnung“, sagt Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel. „Der Leibniz-Preis ist eine Bestätigung für seine kontinuierlich hervorragende Arbeit an der Fakultät für Chemie in den vergangenen Jahren.“

„Die Fakultät für Chemie freut sich sehr mit ihrem verdienten Mitglied Lutz Ackermann über diese renommierte Auszeichnung“, so Prof. Philipp Vana, Dekan der Fakultät. „Wir sind stolz, mit einem so herausragenden Wissenschaftler und angenehmen Kollegen zusammenarbeiten zu können.“

Werdegang

Lutz Ackermann studierte Chemie an der Universität Kiel. Anschließend war er am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim und der Uni Dortmund tätig, wo er 2001 promoviert wurde. Als Postdoktorand arbeitete er an der amerikanischen University of California in Berkeley. Von 2003 bis 2007 leitete er eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Gastprofessuren führten ihn nach Italien, in die USA und nach Japan. 2007 folgte er dem Ruf auf eine Professur für Organische Katalyse an der Universität Göttingen. Von 2011 bis 2013 war er Dekan der Fakultät für Chemie, von 2013 bis 2015 Forschungsdekan. Seit 2015 ist er Direktor des Instituts für Organische und Biomolekulare Chemie.

Chemie Uni-Göttingen

Zusammen mit seinen Nachbarinstituten, dem Institut für Anorganische Chemie und dem Institut für Physikalische Chemie, bildet das Institut für Organische und Biomolekulare Chemie (IOBC) die Fakultät für Chemie im Nord-Campusbereich der Georg-August-Universität in Göttingen.

Derzeit forschen und lehren am IOBC 140 Wissenschaftler in acht Abteilungen, drei Emeritusgruppen und drei Nachwuchsgruppen mit eigenen Forschungsschwer-punkten.

Die ersten chemischen Experimentalvorlesungen in Göttingen fanden 1748 statt. 30 Jahre später wurde das erste chemische Laboratorium in der Hospitalstraße errichtet. 1963 wurde das Institut für Organische Chemie aus der Göttinger Altstadt heraus in den Windausweg verlagert.

1975 fand der Umzug der Institute in den Norden Göttingens statt, wo nun alle drei chemischen Institute zu finden sind – die gerade aufwändig sarniert werden. (dpa/tko/mel)

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