Goldrute und Rainfarn statt Mais

Wildpflanzen liefern Blütenpracht und Biogas

Alternative: Wildpflanzen könnten schon bald Mais zum Teil ersetzen und als Futter für die Biogasanlagen in dieser Region dienen.
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Alternative: Wildpflanzen könnten schon bald Mais zum Teil ersetzen und als Futter für die Biogasanlagen in dieser Region dienen.

Göttingen. Für die Biogasanlagen wird in diesen Tagen allein im Landkreis Göttingen auf einer Fläche von 2700 Hektar Mais geerntet. Das ist der Vorrat für die 18 Anlagen zwischen hessischer Landesgrenze und Duderstadt.

Doch neben Mais könnten künftig auch zahlreiche Wildpflanzen als Futter für Biogasanlagen in Frage kommen. Bundesweit gibt es dazu Versuche und Forschungsprojekte, beim Bundessortenamt in Rethmar bei Hannover werden ein Dutzend verschiedene Arten wie Stockrose, Rainfarn, Prachtkerze, Beifuß, Alant und Durchwachsene Silphie auf ihre Tauglichkeit geprüft.

„Auch wenn in Südniedersachsen die Vermaisung noch kein Thema ist, brauchen wir auch Blütenvielfalt zwischen den verschiedenen Getreidearten“, sagt Dr. Inga Mölder, die für Bioenergie zuständige Mitarbeiterin der Energieagentur Region Göttingen. 

Der Wildpflanzenanbau zur Energieproduktion könne den Mais nicht ersetzen, wohl aber ergänzen. Kürzlich führte Dr. Mölder daher eine Gruppe südniedersächsischer Landwirte, Wissenschaftler, Biogasanlagenbetreiber und Naturschützer zu Versuchsstandorten in Norddeutschland, um die Potenziale und Möglichkeiten des Wildpflanzenanbaus in der Region auszuloten. Neben Fachvorträgen und der Besichtigung der Versuchsparzellen beim Bundessortenamt stand auch der Besuch von Demonstrationsflächen der Landwirtschaftskammer nördlich von Hannover auf der Agenda. Das Fazit: Zwar erreichen selbst die besten Wildpflanzenmischungen nur etwas mehr als die Hälfte des Methanertrages, den ein Hektar Mais bringen würde. Die Befürworter argumentieren jedoch mit der Kosten- und Arbeitsersparnis, da diese Kulturen mehrere Jahre genutzt werden können, Mais jedoch jährlich neu gesät werden muss. Hinzu kämen ökologische Vorteile der Wildpflanzen durch die ganzjährige Bodenbedeckung, die für Erosionsschutz sowie für Nahrung und Schutz der Tierwelt sorgt. Zudem böten die Wildpflanzen reichlich Nektar und Pollen für Bienen und andere Insekten. Dadurch würde auch den Landwirten ein Imagegewinn sicher sein.

Um die Vielfalt auch in Südniedersachsen zu etablieren, sucht die Energieagentur für das kommende Jahr noch interessierte Landwirte, die an Versuchsanbauten interessiert sind. (phl)

Kontakt: Dr. Inga Mölder, Energieagentur Region Göttingen, Tel. 05 51/37 07 49 85.

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