Wohntrakt für Sicherungsverwahrte wird am Freitag  eingeweiht

Der neue Trakt auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Göttingen: Anfang Juni ziehen dort die ersten Sicherungsverwahrten ein
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Der neue Trakt auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Göttingen: Anfang Juni ziehen dort die ersten Sicherungsverwahrten ein

Rosdorf. Ein ganz neuer Wohntrakt wird am kommenden Freitag auf dem Gelände des Gefängnisses in Rosdorf bei Göttingen eingeweiht. Dort ziehen ab 1. Juni Sicherungsverwahrte ein.

Das sind Straftäter, die ihre Gefängnisstrafe bereits verbüßt haben, aber weiterhin zum Schutz der Allgemeinheit hinter Gittern bleiben müssen.

Der Neubau ist nach einer Vorgabe des Bundesverfassungsgericht notwendig geworden. Es hatte geurteilt, dass Sicherungsverwahrte Anspruch auf größere Freiräume als normale Gefangene haben müssen. Eigene Dusche Und das gilt insbesondere für die Zellen: Normale Untersuchungs- und Haftzellen in Rosdorf sind neun Quadratmeter groß. Die künftigen Zellen der Sicherungsverwahrten sind dagegen 23 Quadratmeter groß – mit eigener Dusche. Zwischen 6 und 22 Uhr können sich die Sicherungsverwahrten in dem gesamten Gebäude frei bewegen.

Dort sind Gruppenräume und eine Küche zu finden. Nachts werden die Sicherungsverwahrten in ihrem Wohnbereich eingeschlossen. Insgesamt verfügt das neue Gebäude über 45 Einzelzellen, darunter drei behindertengerechte, in sechs Wohngruppen. Zudem sind ausreichend Büroräume für Fachdienste sowie Behandlungs- und Besprechungsräume vorhanden. In den Neubau investierte das Land Niedersachsen insgesamt 12,5 Millionen Euro. Um die Bediensteten auf die neue Situation vorzubereiten, lief in diesem Frühjahr ein Fortbildungsprogramm.

Dabei wurden die Mitarbeiter unter anderem über die Unterschiede zwischen dem normalen Vollzug und der Sicherungsverwahrung informiert. Zunächst sollen nach derzeitigen Planungen 19 Sicherungsverwahrte nach Rosdorf ziehen. Sie sind derzeit noch in der Justizvollzugsanstalt in Celle untergebracht. (bsc)

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