Unternehmen weist Kritik zurück

Göttinger Verkehrsbetriebe haben Streit mit einem Rollstuhlfahrer

Ärger mit Rollstuhlfahrer: Wie hier am Göttinger ZOB sind die Busfahrer gehalten, möglichst nah an das Hochbord zu fahren und Behinderten beim Einstieg zu helfen.
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Ärger mit Rollstuhlfahrer: Wie hier am Göttinger ZOB sind die Busfahrer gehalten, möglichst nah an das Hochbord zu fahren und Behinderten beim Einstieg zu helfen.

Göttingen/Uslar. Wie behindertenfreundlich sind die Göttinger Stadtbusfahrer? Diese Frage steht nach einer heftigen Auseinandersetzung mit einem Uslarer Rollstuhlfahrer im Raum.

Beschwerdeführer ist Dr. Joachim Dippel, der in einer Uslarer Seniorenwohnanlage lebt und von dort gelegentlich mit dem Regionalbus nach Göttingen fährt. Dort ärgerte er sich über das Verhalten einer Mitarbeiterin der Göttinger Verkehrsbetriebe am Bussteig A am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Von dort wollte er mit dem Bus der Linie 4 zum Kaufpark fahren.

Die Mitarbeiterin habe ihm zwar beim Einstieg helfen wollen, sich aber geweigert, die Rampe auszuklappen. Darauf habe er bestanden, nachdem ihm zwei Monate zuvor ein Busfahrer ohne Rampe in den Bus gewuchtet und dabei seinen Rollstuhl beschädigt habe. Die Mitarbeiterin habe widerwillig die Rampe umgeklappt und ihn angepöbelt, nun werde sie ihm überhaupt nicht mehr helfen.

Auch bei der Rückfahrt ab Kaufpark, schimpft Dippel, habe der Fahrer der Linie 13 die Rampe erst umgeklappt, als er ihm mit einer Beschwerde gedroht habe. Dafür sei er angepöbelt worden. Beim Ausstieg habe sich der Vorgang wiederholt.

Die Göttinger Verkehrsbetriebe schildern die Vorgänge nach Anhörung ihrer Fahrer anders. Am ZOB habe die Fahrerin dem Rollstuhlfahrer in den Bus helfen wollen, da der Abstand zwischen Hochbord und abgesenktem Bus nur sehr gering gewesen sei. Bei ausgeklappter Rampe sei er ohne Hilfe und kommentarlos in den Bus gerollt. Am Kaufpark habe sie die Rampe unaufgefordert umgeklappt. Dafür habe sich der Rolli-Fahrer bedankt.

Bei der Rückfahrt habe der Rollstuhlfahrer in aggressivem Ton beim Ein- und beim Ausstieg die Rampe verlangt, schildert der Fahrer der Linie 13. Er fühlt sich von dem Fahrgast aus Uslar ungerecht behandelt. Beide Fahrer beschreiben den Passagier als „sehr gereizt“.

Die Göttinger Verkehrsbetriebe betonen, dass der Abstand zwischen Bord und abgesenktem Bus in der Regel so gering sei, dass er allein oder mit Unterstützung bewältigt werden könne: „Das Ausklappen der Rampe ist daher selten nötig und wird nicht grundsätzlich unaufgefordert angeboten.“ (p)

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