Weihnachtspakete von Frauen für Frauen

Zonta beschenkt Opfer von Gewalt in Göttingen

Hilfe für das Frauenhaus in der Uni-Stadt: Petra Wienstroth  und Barbara Decker
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Hilfe für das Frauenhaus in der Uni-Stadt: Barbara Decker (rechts) nahm die Präsente von Petra Wienstroth von Zonta Göttingen entgegen.

Weinachtsüberraschung: Der Zonta Club Göttingen hat vor dem Fest etwa 100 Weihnachtspäckchen an das Frauehaus Göttingen überreicht.

Göttingen – Gedacht sind sie für die derzeitigen und ehemaligen Bewohnerinnen der Frauen-Schutzeinrichtung sowie für deren Kinder. Barbara Decker nahm die liebevoll verpackten Präsente von Petra Wienstroth, Projektverantwortliche für die Aktion und langjährige Schatzmeisterin des Clubs, entgegen.

Barbara Decker sagte gerührt: „Zonta Göttingen unterstützt uns seit vielen Jahren mit dieser Weihnachtsaktion und schenkt den von Gewalt betroffenen Frauen und ihren oft traumatisierten Kindern gerade in dieser emotionalen Zeit damit einen Moment der Freude und Hoffnung.“

Diese Geste, die mehr ist, nämlich auch eine Unterstützung für die Frauen und Kinder, passt perfekt in die Ausrichtung der Zonta Clubs: Dieser Zusammenschluss von berufstätigen Frauen in verantwortlichen Positionen in fast 70 Ländern der Erde will über finanzielles, persönliches und ideelles Engagement die rechtliche, politische, wirtschaftliche und berufliche Situation vor allem von besonders benachteiligten, hilfebedürftigen Mädchen und Frauen verbessern.

Das geschieht auf lokaler Ebene, wie am Beispiel Frauenhaus Göttingen durch die regionale Zonta-Gruppe mit 36 Mitgliedern und der Präsidentin Claudia Weitemeyer. Die Arbeit setzt sich fort über die 130 Service-Clubs in Deutschland und 1100 Clubs weltweit. Allein in Deutschland engagieren sich so 4500 Frauen für Frauen.

Im Göttinger Frauenhaus fiel wegen der Corona-Pandemie die übliche und wichtige Weihnachtsfeier aus – damit war auch das herzliche Miteinander und die gegenseitige Unterstützung der Bewohnerinnen eingeschränkt. Wie Barbara Decker sagte, werden die Päckchen deshalb ihre Empfängerinnen ganz besonders erfreuen.

Die meisten Bewohnerinnen finden im Frauenhaus die Möglichkeit, der häuslichen Gewalt zu entkommen. Immer noch aber leben die meisten von Gewalt betroffenen Frauen im gemeinsamen Haushalt mit dem Partner oder Ehemann. Die Partnerschaftsgewaltanzeigen bei der Polizei weisen seit 2015 einen kontinuierlichen Anstieg der Opferzahlen aus. 2019 wurden mehr als 140 000 registriert.

Sowohl die mehr als 350 Frauenhäuser in Deutschland, als auch Notruf-Hilfsangebote, wie der Frauen-Notrufanbietet, müssen deshalb weiter ausgebaut und bekanntgemacht werden, damit betroffene Frauen wissen, wo sie Hilfe erhalten, fordern die Unterstützerinnen.

Der Zonta Club Göttingen will über seine Arbeit Frauen motivieren, sich im Bedarfsfall unbedingt Hilfe zu holen. Zudem soll über die Arbeit die breite Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert und informiert werden.

Das Frauenhaus Göttingen ist ein anonymer Zufluchtsort für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder. Der Verein bietet neben der psychosozialen Beratung Hilfeund Begleitung im Umgang mit Behörden, bei der Bewältigung von Alltagsproblemenoder auch Unterstützung bei der Wohnungssuche. Mehr Informationen gibt es hier. (tko)

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