Zukunft im Gesundheitswesen: Pflege mit Hilfe der Datenbrille

Weiß sie, was dem Patienten fehlt? Diese Reality-Brille – Pflegebrille – soll, wenn es nach der TU Clausthal geht, die ambulante Pflege revolutionieren. IHK-Geschäftsführer Martin Rudolph probiert sie aus und wird zum Pflegeexperte. Foto: Privat

Göttingen. Sieht so die Zukunft des Gesundheitswesens aus? Der Südniedersachsen-Innovations-Campus (SNIC) stellte bei einer Veranstaltung in Göttingen vier regionale Projekte, die sich mit der Frage beschäftigen, wie die digitalisierte Zukunft der Gesundheitswirtschaft aussehen kann, vor.

Virtuelle Pflegebrille

Der Titel der Veranstaltung „eHealth.Niedersachsen-Lounge“ war ein wenig sperrig, der Inhalt aber prägnant und beeindruckend: Wie die Pflegebrille, die mit „augmented reality“, also erweiterter Realität, die ambulante Intensivpflege von Angehörigen und durch Pflegekräfte vereinfachen soll. Das Projekt stammt aus den Laboren des Human Centered Information Systems am Institut für Informatik der Technischen Universität (TU) Clausthal. Die Idee ist, dass Patientendaten und Arbeitsanweisungen auf die Datenbrille übertragen werden und das Pflegepersonal dadurch die Hände frei hat. Ergeben sich komplizierte Pflegesituationen, solle umgehend per Video ein Experte konsultiert werden können.

Digitale Patientenakte

Aus der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) stammt das Konzept zu einer elektronischen Patientenakte. Dr. Miroslav Kulanga will dadurch Probleme gängiger Verwaltungssoftware beheben. Informationen werden digital gesammelt und bilden die Grundlage für eine vollständig webbasierte elektronischen Patientenakte – unter Wahrung des Datenschutzes.

Patientendaten-Cloud

Auf einem ähnlichen Prinzip basiert die cloudbasierte „Drei-Flüsse-Praxis“ von Zahnarzt Gustav Gerstenkamp in Hann. Münden, der mit Projektpartnern eine Software entwickelt hat, die den Schutz von Patientendaten gewährleisten soll und gleichzeitig größtmögliche Transparenz der Befunde für Außenstehende bietet. Beispiel: Um ein Angebot für einen Zahnersatz bei einem Zahntechniklabor einzuholen, extrahiert die Software alle nötigen Patientendaten aus der Cloud und chiffriert die Identität des Patienten gegenüber dem externen Dienstleister. Wird das Angebot des Dienstleisters übermittelt, werden die Patienten-Personalien mit den Angebotsdaten für das schriftliche Angebot zusammengeführt.

Diabetes-APP

Das vierte Projekt ist eine App und heißt „GlycoRec“. Sie wurde von Prof. Dr. Stephan Weibelzahl von der Privaten Hochschule (PFH) Göttingen und seinem Team entwickelt. Sie soll Diabetespatienten im Alltag dabei unterstützen, sich ihrem Krankheitsbild entsprechend zu verhalten. Sensoren messen Gesundheitsdaten und sagen dem Patienten, wann er wie viel Zucker zu sich nehmen darf oder sollte. Werden wichtige Werte über- oder unterschritten, meldet sich das System. Die Patientendaten können mit Ärzten geteilt werden.

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