Ausstellung ab 15. Januar in der Göttinger Lokhalle zeigt Ergebnis intensiver Recherchen

Zwangsarbeiter-Schicksale in der Region

Göttingen. Angehörige aus mindestens 16 Nationen leisteten während des Zweiten Weltkriegs in Südniedersachsen Zwangsarbeit. Im Mai 1944 befanden sich offiziell 8091 ausländische Arbeitskräfte im Bereich des Arbeitsamtes Göttingen und 17 314 im Bereich des Arbeitsamtes Northeim. „Die ausländischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter arbeiteten in nahezu allen denkbaren Wirtschaftsbereichen“, sagt der Göttinger Kulturwissenschaftler Günther Siedbürger. „Sie wurden in Gaststätten und Hotels, Bäckereien, kirchlichen Einrichtungen, Kommunen und Privathaushalten eingesetzt.“

Zwangsarbeiter schufteten in der Mühle, im Krankenhaus oder in der Munitionsfabrik. Sie waren sowohl in der Forst- und Landwirtschaft, als auch im Friseurgewerbe oder als Molkereiwagenfahrer anzutreffen.

Siedbürger hat in den vergangenen Jahren zur Zwangsarbeit im Landkreis Göttingen geforscht. Seine Recherchen sind als Dokumentation im Mecke Verlag, Duderstadt, erschienen. Als Mitarbeiter der Geschichtswerkstatt Duderstadt gehört er zu einer internationalen Projektgruppe, die die Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit – Südniedersachsen 1939-1945“ vorbereitet hat. Die Ausstellung wird am Freitag, 15. Januar, 16 Uhr, im Foyer der Göttinger Lokhalle eröffnet. Die Exponate und Schautafeln sind bis zum Sonntag, 14. Februar, zu sehen.

Von Kai Böhne

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