Arbeitsgruppen stellen Kooperationsvertrag vor

Zwei Theater – eine Zukunft

Es geht weiter: Junges Theater und Deutsches Theater werden zusammenarbeiten, bleiben aber eigenständig, das ist das Ergebnis von Arbeitsgruppen.
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Es geht weiter: Junges Theater und Deutsches Theater werden zusammenarbeiten, bleiben aber eigenständig, das ist das Ergebnis von Arbeitsgruppen.

Göttingen. Das Damoklesschwert Fusion ist im Schaft verschwunden: Die Göttinger Theater sollen eigenständig Häuser bleiben.

Das Junge Theater (JT) und das Deutsche Theater (DT) behalten in weiten Teilen die Unabhängigkeit, sollen künftig aber künstlerisch und organisatorisch enger zusammenarbeiten, speziell in den Bereichen Verwaltung sowie Technik- und Werkstatt. Außerdem sollen gemeinsame Stücke von beiden Theatern im Kinder- und Jugendbereich erarbeitet werden. All das soll in einem Kooperationsvertrag festgeschrieben stehen.

Das ist das Ergebnis der beiden Arbeitsgruppen unter Leitung von Kulturdezernentin Dr. Dagmar Schlapeit-Beck, die sich aus Vertretern der Theaterleitungen, Betriebsräte, Sachverständigen und der Stadtverwaltung zusammengesetzt haben. Zuvor wird das Thema am Donnerstag im Kulturausschuss behandelt.

Lexikon-Wissen:

Mehr zum JT und DT finden Sie im HNA-regiowiki.

„Der Rat muss diesem Vorhaben zustimmen“, sagt Dagmar Schlapeit-Beck. Udo Eidinger, Intendant am Jungen Theater jedenfalls ist zuversichtlich, dass die Rahmenvereinbarungen im Ausschuss nicht zerpflückt werden. Die Vereinbarung sei eine Basis, um die im Sparpaket geforderten Summen zu erzielen, sagte er auf HNA-Anfrage.

Speziell die Zusammenarbeit im Kinder- und Jugendbereich bewertet er unter dem Strich als positiv für die Theater und das Publikum: Man könne Stücke besser auf Altergruppen abstimmen, Doppelangebote vermeiden, die Schulen gemeinsam einladen und die Region mit Auftritten, besser bedienen.

Eine Ansicht, die man auch in Hannover wohlwollend zur Kenntnis nehmen wird, denn wie Dagmar Schlapeit-Beck sagt, laufen die Verhandlungen über einen dauerhaften Zuschuss für das Junge Theater. Seit 2005 erhält der JT keine feste Landesförderung mehr. „Die Chancen auf eine neue Förderung sind gut, ich bin zuversichtlich“, sagt die Kulturdezernentin. 2014 sollen 20 000 Euro kommen, dann ab 2015 jährlich 40 000 Euro vom Land ins JT fließen.

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Mehr Geld, so Eidinger, werde durch die Kooperation in den Bereichen Verwaltung und Technik/Werkstatt eingespart – hier soll der Löwenanteil der Sparauflagen für beide Theater von 160 000 Euro im Jahr 2013 ansteigend bis 250 000 Euro ab 2017 erbracht werden. Jetzt gehen die Überlegungen in die politische Beratung. Und die SPD-Fraktion im Göttinger Stadtrat setzt vorab ein Zeichen für einen konstruktive Debatte: „Es ist richtig und sinnvoll, dass die vorhandenen Ressourcen beider Theater künftig gemeinsam genutzt werden“, sagt Frank-Peter Arndt, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion.

Die Vereinbarung setze neue Akzente in der Göttinger Theaterlandschaft, die eine echte Bereicherung für das Göttinger Kulturangebot darstellten, so Arndt. (tko)

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