Kinder-Uni: Dino-Detektive lösen Rätsel

Fossile Eier und Dino-Zähne: von links Hanno (6), der Paläontologe Armin Schmitt und Hauke (9) entdecken in der Kinder-Uni gemeinsam mit Stoff-Dino-Dame Eurora den Ursprung des eher kleinen Europasaurus. Foto: Leissa

Göttingen. Dinosaurier sind nicht immer so groß wie Häuser, sondern manchmal richtige Zwerge: Der Diplom-Geologe und Paläontologe Armin Schmitt ging mit den jungen Besuchern der Kinder-Uni Göttingen und dem Stoff-Dino Eurora auf einer Entdeckungsreise 150 Millionen Jahre zurück.

Die Kinder durften als Dino-Detektive das Rätsel um den nur etwa acht Meter langen Europasaurus lüften. Seine für einen Dino eher winzigen Knochen, die in einem Steinbruch bei Goslar entdeckt wurden, gaben Forschen auf der Welt lange Zeit zu denken.

Der Europasaurus lebte zu einer Zeit, die weit zurück liegt. Um es den Kindern verständlich zu machen, versuchte es Schmitt mit einem Vergleich: „Wir leben in der Erdneuzeit. Die Dinos sind praktisch die Ritter des Erdmittelalters. Damals waren die Echsenbeckendinosaurier, zu denen auch der Europasaurus gehört, etwa 40 Meter lang und fast 80 Tonnen schwer.“ Warum, so fragte er die Kinder im Vorlesungssaal der Universität, ist der Europasaurus also so klein?

Die Kinder stellten viele spannende Thesen auf: Ist der Europasaurus etwa ein Jungtier? Oder gar kleinwüchsig? Vielleicht ist es ein kleineres Weibchen oder sogar kein Echsenbeckendino sondern eine ganz andere, neue Art?

Um das herauszufinden, erklärte Schmitt den Dino-Detektiven, wie die Arbeit eines Paläontologen aussieht. Mit fossilen Knochen eines Sauriers und versteinerten Dino-Eiern zeigte er, wie man anhand kleinster Veränderungen in der Knochenstruktur oder in den kalkhaltigen Eierschalen Rückschlüsse auf die Art, das Alter und sogar das Geschlecht des Dino ziehen kann.

Dino lebte auf Harz-Insel

Am Ende stellte sich heraus: Der Europasaurus ist tatsächlich ein Zwerg, denn der Knochenfund zeigt, dass der kleine Saurier ausgewachsen war. Der Dino lebte im Harz der Jura-Zeit, der lange vor der Herausbildung der jetzigen Kontinente eine Insel war, und wuchs daher nicht so stark wie seine gigantischen Artgenossen auf dem Rest der Welt.

„Das war toll! Dass es Zwergen-Dinos gab, wusste ich nicht“, sagte der neunjährige Hauke aus Göttingen am Ende der Veranstaltung. Er und sein kleiner Bruder Hanno sind Stamm-Jungforscher an der Kinder-Uni und holten sich begeistert auch die kleinen Dino-Spielfiguren ab, die der Veranstalter verschenkte.

Von Margarete Leissa

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