Mit zwölf neuen Elektro-Autos im Landkreis Göttingen in die mobile Zukunft

Startschuss für die Elektro-Mobilität: (von links) Jörg Hausknecht von E.on, Kreisrätin Christel Wemheuer, Armin Schülbe von E.on, Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion, und Landrat Bernhard Reuter stellten das Projekt am Mittwoch vor. Foto: Schlegel

Göttingen/Jühnde. In den nächsten zwei Jahren sollen ein Dutzend Elektro-Autos durch den Landkreis und vor allem durch Jühnde rollen. Damit sollen Erfahrungen für die künftigen Einsatzmöglichkeiten der Elektromobilität im Landkreis Göttingen gesammelt werden.

Vor dem Kreishaus in Göttingen fiel am Mittwoch der Startschuss für das Projekt. Angesprochen sind vor allem die Einwohner von Jühnde. 15 Testhaushalte sollen in dem Bioenergiedorf Erfahrungen mit der Elektromobilität sammeln. Für sie soll das Projekt anfangs kostenlos sein. Die notwendigen Elektro-Fahrzeuge werden von zwei Göttinger Car-Sharing-Unternehmen angeschafft. Sie stellen den Testhaushalten sowie Interessierten die Fahrzeuge zur Verfügung. Mit wissenschaftlicher Begleitung durch die Uni Göttingen sollen bis 2016 tragfähige Geschäftsmodelle für Elektromobilität entwickelt werden. Außerdem soll so die Akzeptanz durch Nutzer getestet werden.

Weitere Projektpartner sind der Netzbetreiber E.on Mitte (künftig EAM) sowie die Ländliche Erwachsenenbildung. Die Gesamtkosten von 2,3 Millionen Euro werden komplett vom Bundeswirtschaftsministerium übernommen. E.on wird an der Autobahn 7, wahrscheinlich am Kaufpark, eine Schnell-Ladesäule für Elektrofahrzeuge aufstellen. Hinzu kommen zehn öffentliche Ladesäulen in der Stadt und im Landkreis Göttingen sowie 15 Ladepunkte für die Testhaushalte in Jühnde. Die Ländliche Erwachsenenbildung ist für Info-Veranstaltungen sowie Fortbildungen, zum Beispiel fürs Kfz-Handwerk, verantwortlich.

Mit dem Projekt steigt die Zahl der Elektrofahrzeuge von derzeit 13 im Landkreis Göttingen auf gut das Doppelte, mit Blick auf fast 110 000 zugelassene Fahrzeuge im Kreis eine verschwindend kleine Menge. Allerdings gab es vor drei Jahren erst ein einziges E-Fahrzeug im Kreis.

Bevölkerung auf dem Land soll auch künftig mobil bleiben

Das Projekt Elektomobilität fügt sich nahtlos in das Ziel des Landkreises Göttingen ein, bis 2040 zu 100 Prozent erneuerbare Energien einzusetzen. Deshalb war am Montag von optimaler Variante die Rede: Mit Photovoltaik den Strom erzeugen, der dann ins Elektro-Auto „getankt“ wird.

Das Projekt im Landkreis Göttingen ist Teil des „Schaufensters Elektromobilität“ in der Metropolregion Göttingen Hannover – Braunschweig – Göttingen – Wolfsburg. Deshalb freute sich Geschäftsführer Raimund Nowak, dass der Landkreis Göttingen trotz anfänglichen Widerstands auf anderer Ebene als Standort für den Testbetrieb gewählt wurde.

„Insbesondere Bürger in unseren ländlichen Regionen sollen auch in Zukunft mobil bleiben. Mit diesem ambitionierten Projekt wollen wir durch die Verknüpfung der erneuerbaren Energien und der Elektro-Mobilität einen entscheidenden Beitrag dazu leisten – auch unter Berücksichtigung der Anforderungen einer regionalen Energiewende“, sagte Landrat Bernhard Reuter.

Wer nicht in einem der Jühnder Testhaushalte wohnt, der kann die angeschafften Elektro-Mobile übers Car-Sharing nutzen. Allerdings ist die Nutzung nicht ganz günstig: Bei Grünes Auto Göttingen muss man neben 300 Euro Kaution 50 Euro Aufnahmegebühr zahlen. Für die eigentliche Nutzung werden dann 1,80 Euro je Stunde sowie 39 Cent für die ersten 50 Kilometer fällig. Danach sind es 24 Cent pro Kilometer. Bei Stadtteil-Auto, dem zweiten beteiligten Car-Sharing-Unternehmen, sieht es ähnlich aus.

Für die Koordinierung des Gesamtprojekts ist Alistair Adam-Hernández verantwortlich. Er ist Projektleiter Elektro-Mobilität und hält Kontakt zu allen Beteiligten. Unter anderem untersucht er die Rollen der einzelnen Projektpartner. So geht es für den Stromnetzbetreiber beispielsweise um die Frage, wie Elektro-Autos in einem intelligenten Stromnetz genutzt werden können. So soll beispielsweise das Ladeverhalten der Elektromobile erforscht werden. Damit wollen die Strom-Experten ermitteln, ob sich die Batterien der Fahrzeuge als Stromspeicher nutzen lassen.

An der Universität Göttingen wird der Lehrstuhl für Informationsmanagement maßgeblich beteiligt sein. Dort geht es um die zukünftigen Geschäftsmodelle für Elektro-Autos, die beispielsweise zusammen mit den Car-Sharing-Unternehmen entwickelt werden sollen.

Die Metropolregion war im April vergangenen Jahres als eine von vier deutschen Regionen als „Schaufenster Elektromobilität“ ausgewählt worden. Das Konzept „Unsere Pferdestärken werden elektrisch“ hatte sich in einem Auswahlverfahren durchgesetzt. (bsc)

www.metropolregion.de/emobil

(bsc)

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