Oldtimer-Motorrad

Eine 1938er NSU Pony fürs Dorfmuseum in Nienhagen

Die Nienhäger NSU Pony aus dem Jahr 1938: Der frühere Ortsheimatpfleger Adolf Kraft hat sie vor Jahren restauriert und jetzt dem Dorfmuseum geschenkt.
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Die Nienhäger NSU Pony aus dem Jahr 1938: Der frühere Ortsheimatpfleger Adolf Kraft hat sie vor Jahren restauriert und jetzt dem Dorfmuseum geschenkt.

Das Dorfmuseum im Staufenberger Ortsteil Nienhagen ist um eine Attraktion reicher: Ein Motorrad-Oldtimer, eine NSU Pony aus dem Jahr 1938, gehört jetzt zu dem Schmuckstücken des Museums.

Nienhagen – Jahrzehntelang vergammelte die NSU Pony, Baujahr 1938, in einer Scheune. Dann nahm sich Adolf Kraft des Motorrads an, und nun steht die NSU fahrbereit und wie neu im Dorfmuseum von Nienhagen.

Kraft, langjähriger Ortsheimatpfleger von Nienhagen, hatte sie Ende Juni dem Kultur- und Heimatverein des Dorfes als Spende für das Museum übergeben. Mit dabei war auch Erich Haldorn, der ihn bei der Restaurierung der Maschine geholfen hat und die Geschichte der NSU genau kennt.

Wie Haldorn, Mitbegründer des Heimatvereins, berichtet, hat der Nienhäger Karl Null das Motorrad 1938 gekauft, um damit nach Kassel zur Arbeit zu fahren.

Aber Null hat die Maschine nicht sehr lange genutzt. In den Kriegsjahren, in denen er zur Wehrmacht einberufen war, und während seiner Zeit in russischer Gefangenschaft habe sie ebenso in der Scheune gestanden wie viele Jahre später auch, berichtet Haldorn. Nach der Entlassung aus russischer Gefangenschaft im Jahr 1947 habe Null einen neuen Arbeitsplatz in Oberkaufungen in einer Ziegelei gefunden. „Statt mit dem Motorrad, fuhr er mit einem Fahrrad zum Arbeitsplatz. Das Motorrad stand weiter in der Scheune.“

Nach Karl Nulls Tod sei die NSU dann in den Besitz seines Nachbarn Günter Werner gekommen, der sie wieder fahrbereit machen wollte. Aber es blieb dabei.

Als 1993 die Scheune, in der sie stand, abgerissen werden musste, weil die Straße verbreitert werden sollte, haben Erich Haldorn und Adolf Kraft das Gebäude aufgeräumt. Dabei ging es auch darum, etwas Brauchbares für das Dorfmuseum zu finden. Günter Werner war inzwischen gestorben. Bei den Aufräumarbeiten entdeckten sie dann die NSU Pony: verdreckt, defekt, nicht mehr fahrtüchtig.

„Adolf Kraft begann nun in mühevoller Kleinarbeit mit der Restaurierung“, schreibt Haldorn, „mit hohen Kosten“ wurden Teile beschafft. Siegfried Teller aus Uschlag habe geholfen, Schutzbleche, Felgen, Speichen und Teile für Zündung und Vergaser einzubauen. Danach bekam die Maschine die Originallackierung. Nach zwei Jahren hatte Adolf Kraft das Motorrad fahrbereit. Jetzt, über 25 Jahre nach der Restaurierung, hat Adolf Kraft die Nienhäger NSU Pony dem Dorfmuseum übergeben.

Die Maschine, eine NSU Pony 100, mit 97 Kubikzentimeter und drei PS erreicht nach Angaben Haldorns eine Höchstgeschwindigkeit von 55 bis 66 km/h. 345 Reichsmark (RM) habe sie 1938 neu gekostet.

Andere im Dorf hatten sich damals eine NSU Quick gekauft. „Die Quick war ein Motorfahrrad mit Pedalen und 2-Gang-Drehgriffschaltung am Lenker. Der Neukaufpreis betrug 290 RM“, schreibt Haldorn. „Der Motor vom Pony wurde mit Kickstarter und die Quick mit Pedale in Gang gesetzt.“  (Ekkehard Maass)

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