Wegen der Umstellung auf das Abrufsystem

62.610 Tonnen eingesammelt: 2014 gab es deutlich mehr Sperrmüll

Ausgediente Waschmaschine: Deutlich mehr Sperrmüll und Elektroschrott als im Jahr 2014 hatten die Müllwerker voriges Jahr im Landkreis Göttingen zu entsorgen. Archivfoto: Mohr

Landkreis Göttingen. Wegen der Umstellung auf das Abrufsystem räumten die Menschen im Landkreis Göttingen in Häusern und Gärten tüchtig auf. Das spürten die Müllwerker deutlich.

Die Müllwerker haben voriges Jahr aus den Haushalten im Landkreis Göttingen 62.610 Tonnen Hausmüll und Wertstoffe eingesammelt. Das sind 3692 Tonnen mehr als im Jahr 2013; das geht aus der Abfallbilanz 2014 des Landkreises hervor, die die Mitarbeiter des Umweltamtes dem Umweltausschuss in dessen jüngster Sitzung vorlegten.

Andrea Schröder-Ludewig, Sachbearbeiterin für Allgemeine Abfallwirtschaft im Umweltamt des Landkreises, nannte für den deutlichen Anstieg zwei wesentliche Gründe.

Zum einen habe bei der Sperrmüllentsorgung die Umstellung vom Abholsystem auf Sperrmüll auf Abruf für Aktivität bei den Hauseigentümern gesorgt.

Wer noch Sperrmüll in der Garage oder anderswo auf dem Grundstück liegen hatte, habe die letzten Abholtermine im vorigen Herbst genutzt, um es loszuwerden. So ist zu erklären, dass im vorigen Jahr über 700 Tonnen mehr an Sperrmüll abgefahren wurden als im Jahr 2013 - insgesamt 4094 Tonnen. Die Müllmänner luden voriges Jahr auch deutlich mehr Elektroschrott in ihre Lkw - 525 Tonnen statt 437 Tonnen im Jahr 2013.

Als zweiten Grund für den Anstieg der Abfallmenge nannte Schröder-Ludewig das seit 1. April 2014 in Niedersachsen geltende Verbot, Gartenabfälle zu verbrennen. Das schien Bürger zu veranlassen, mehr über die Komposttonne zu entsorgen sowie mehr Baum- und Strauchschnitt zur Abfuhr auf die Bürgersteige zu legen. Die über die grüne Tonne entsorgte Kompostmenge stieg um rund 1000 Tonnen auf 11.305 Tonnen; außerdem nahmen die Müllwerker 162 Tonnen mehr Baum- und Strauchschnitt in ihren Fahrzeugen mit als im Jahr 2013.

Das Brennverbot war nach Einschätzung der Umweltamtsmitarbeiterin auch der Grund dafür, dass die Bewohner aus dem Landkreis mehr Gartenabfälle zu den Kompostanlagen in Breitenberg und Dransfeld anlieferten. Die Gesamtmenge stieg von 13.949 Tonnen auf 15.656 Tonnen, unterteilt in den Inhalt der Komposttonnen, Baum- und Strauchschnitt sowie Park- und Gartenabfall.

Aber nicht nur Grünabfall wird in Breitenberg und Dransfeld angeliefert und zu Kompost verarbeitet, sondern in beide Anlagen werden nach Angaben von Schröder-Ludewig auch Bauabfälle gebracht. Beispiel Dransfeld: Die Menge an Abfällen durch Straßenaufbruch verdoppelte sich nahezu - von 13.664 Tonnen im Jahr 2014 auf 26.736 Tonnen im vorigen Jahr.

Der deutliche Anstieg sei auf große Straßenbauvorhaben zurückzuführen, sagte die Abfallwirtschaftsexpertin. Als Beispiele nannte sie den Ausbau des Philosophenwegs in Hann. Münden, den Rückbau der Forstwege in Regie der Niedersächsischen Landesforsten sowie zahlreiche Straßenausbauten im Stadtgebiet von Göttingen. Insgesamt wurden in der Entsorgungsanlage in Dransfeld 53.826 Tonnen Bauabfälle im vorigen Jahr entsorgt - 12.664 Tonnen mehr als im Jahr 2013.

Die Menge der Bauabfälle spiegele die jeweilige Auftragslage in der Bauwirtschaft wider, Andrea Schröder-Ludewig.

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