Fiese Streiche kommen nun ans Licht

700 Jahre Löwenhagen: Anekdotensammlung für die Chronik

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Erinnerungen ausgetauscht (von links): Hinten Frieder Flachsbart, Rolf Eberwien, Udo Schäfer, Dietmar Wasmuth, (Mitte) Irmgard Allrutz, Ursel Wasmuth, Gitta Lipinski, Henni Kämmerer, Petra Falkusz-Bartels und vorn Herbert Allrutz und Heini Jouvenal.   

Löwenhagen. Streiche, wie man sie sonst nur von „Michel aus Lönneberga“ kenne und bei denen heute sofort die Polizei vorfahren würde, kommen in Löwenhagen ans Licht: Dort arbeiten Gitta Lipinski, Manfred Weber und Matthias Freter an der Chronik des Dorfes, die zum 700. Jubiläum im kommenden Jahr fertig sein soll.

In der Chronik  sollen Geschichten aus dem Dorfalltag erzählt werden. Gitta Lipinski hatte kürzlich ältere Löwenhäger zum Erzählen eingeladen – und die packten aus: Bei Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten versuchten die jungen Leute, das vorbereitete Festessen zu stibitzen. Selbst wenn es im Keller eingeschlossen und nur durch eine kleine Luke sichtbar war, gelang es mit einer langen Stange und einem krummen Nagel, den Festtagsbraten heraus zu angeln. Zu Pfingsten wurden des Nachts Maibäume oder Dornbüsche aufgestellt, der Weg zwischen heimlichen Liebespaaren mit Sand abgestreut, Gartenzäune im Dorf verteilt oder Haustüren ausgehängt.

Frieder Flachsbart, dessen Großonkel einen Hof bewohnte und der selbst seine Kindheit in Löwenhagen verbrachte, hatte von dem Treffen gehört und spontan teilgenommen. Beim Schlittenfahren von Spiegels Lust, einer Anhöhe westlich von Löwenhagen, die heute im Wald liegt, konnte man Schwung holen, die Straße kreuzen. Und wer Pech hatte, landete in der Nieme.

Sehr detailreich schilderten Dietmar Wasmuth, Rolf Eberwien und Henni Kämmerer die Zeit des Zweiten Weltkrieges, die sie als Kinder im Ort erlebten, berichtet Matthias Freter. Das Leben der Zwangsarbeiter aus der Ukraine und Frankreich, die letzten deutschen Soldaten im Ort und besonders eingeprägt hat sich der Einmarsch der Amerikaner am Ostersamstag 1945 sowie die Zeit danach.

Zusammenkünfte wie diese treffen den Zeitnerv und das Interesse der Menschen, so Freter weiter. „Viele haben angefangen, in alten Dokumenten und Fotos zu stöbern und liefern uns ganz tolle Einblicke in vergangene Zeiten des Dorflebens.“ Der vorige HNA-Bericht über die Vorbereitung der Chronik habe es bis zur Familie Osenbrück nach Köln geschafft, deren Urgroßvater in Löwenhagen die Köhlerei gelernt und die Frau fürs Leben gefunden hat. Das habe dem Chronik-Team tolle Unterlagen für seine Arbeit beschert.

Kontakt: 

Wer das Team, das die Löwenhäger Chronik zusammenträgt,  unterstützen und weitere Geschichten, Dokumente, Belege und Fotos (auch aus jüngerer Zeit) aus und über Löwenhagen zur Verfügung stellen möchte oder an einem der nächsten Treffen teilnehmen möchte, darf sich gerne melden: Matthias Freter, Tel.: 05502 / 999004, E-Mail: Matthias.Freter@t-online.de, bei Manfred Weber, Tel.: 05502 / 1276, oder bei Gitta Lipinski.

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