Hilmar Kirschhöfer radelt seit seinem Ruhestand unermüdlich

81 Jahre und fahrradverrückt

Hilmar Kirschhöfer war Leiter der Radgruppe des Kneipp Vereins Hann. Münden: Wöchentlicher Treffpunkt war immer die Schlagdspitze, wo seit gut sieben Jahren die „Mundenia“, die Skulptur „Die Schauende“ von Heinz-Detlef Wüpper steht. Foto: Margitta Hild

Hann. Münden. Zwölf Jahre hat Hilmar Kirschhöfer die Radfahrgruppe vom Kneippverein Hann. Münden geleitet. Jetzt hat sich der 81-Jährige von dieser Aufgabe zurückgezogen. Mit dem Radfahren hört er deswegen aber noch lange nicht auf. Jedes Jahr radelt er 10.000 Kilometer. 

Angefangen hat es damit, dass Kirschhöfer in den Ruhestand ging und seine Ehefrau ihm Beschäftigung verordnete: „Damals meinte mein Mann, ich wäre von da an den ganzen Tag zu seiner Belustigung da, aber das geht ja nun mal nicht. Kauf dir ein Fahrrad und beweg dich, meinte ich zu ihm“, verrät Doris Kirschhöfer lächelnd.

Gesagt, getan. „Ich fuhr damals meine erste Strecke mit dem Rad nach Witzenhausen. Als ich dort angekommen war, war ich so stolz, dass ich meine Frau mit dem Handy angerufen habe“, erzählt Kirschhöfer. Was Ehefrau Doris mit ihrer Idee auslöste, kann man bis zum heutigen Zeitpunkt in Kilometern anschaulich darstellen: Seither ist Kirschhöfer 10.000 Kilometer pro Jahr gefahren. Und darauf hat er strikt geachtet: „Silvester 2018 fehlten mir morgens noch 60 Kilometer auf dem Tacho, bis dieser die 10 000 Kilometer anzeigte. Also setzte ich mich aufs Rad und fuhr die noch fehlende Strecke. Nach einer Fahrradtour ist man abends auch schon mal groggy, aber das ist eine unglaubliche Wohltat“, meint der 81-Jährige. „Mein Spruch ist immer: Nur Training hält fit. Und so lange die Gesundheit mitmacht, werden Freunde und Bekannte weiterhin sagen: Das ist der Verrückte. Der steigt erst vom Fahrrad, wenn er ins Bett geht. Stimmt, ich bin schon ein wenig fahrradverrückt, aber es gibt Schlimmeres“, gibt Kirschhöfer lachend zu.

Zu Beginn seiner Fahrradverrücktheit sprach ihn auch Dieter Scheibe, Vorsitzender des Kneipp-Vereins Hann. Münden, an, ob er nicht eine Radfahrgruppe des Vereins gründen und leiten wollte. Seither trafen sich jeden Freitag sieben bis acht Radler um neun Uhr an der Schlagdspitze in Hann. Münden zu Tagestouren. Es sind auch E-Bike-Fahrer dabei, denn das Wichtigste ist der Spaß in der Gruppe und sich gemeinsam zu bewegen.

Und was sie für schöne, unterschiedlichste Touren während der Zeit gemacht haben, davon erzählt Kirschhöfer gerne: Die Blumeninsel Siebenbergen in der Fuldaaue war ein Ziel, zur Kirschblüte nach Witzenhausen ging es, per Drahtesel wurden Museen besucht oder einfach auch nur mal zum Frühstücken nach Witzenhausen oder die Weser runter gefahren. „Eine wunderschöne Fahrt mit der Gruppe war im Sommer 2017 in das Theater nach Lauenförde. Dort haben wir übernachtet und sind am nächsten Tag wieder zurück. Wunderschön, wirklich“, erinnert sich Kirschhöfer. Doch nun hat er die Leitung der Sparte abgegeben. „Ich möchte einfach frei sein. Natürlich wird die Gruppe weiterhin bestehen, aber ich werde nur noch mitfahren und nicht mehr leiten“, meint er. Mit einem langjährigen Fahrradfreund plant er auch weiterhin, per Fahrrad Wochentouren in unterschiedlichste Regionen Deutschlands zu unternehmen. Fahrradfahren heißt für ihn: Wohlbefinden, es tue der Seele sehr gut, mache den Kopf frei.

Kontakt: Wer sich der Fahrradgruppe anschließen oder sie in Zukunft vielleicht auch leiten möchte, meldet sich bitte bei: Dieter Scheibe, Tel. 05541 / 31 842.

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