„Wir verstärken die Präsenz“

A7: Nach tödlichen Unfällen zwischen Göttingen und Kassel verstärkt die Polizei die Kontrollen

Auf der Lauer nach Verkehrssündern: Michael Kellner, Autobahnpolizei Göttingen, bei der Geschwindigkeitskontrolle in der Nähe des Dreiecks Drammetal auf der A7.
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Auf der Lauer nach Verkehrssündern: Michael Kellner, Autobahnpolizei Göttingen, bei der Geschwindigkeitskontrolle in der Nähe des Dreiecks Drammetal auf der A7.

Drei schwere Lkw-Unfälle mit zwei Toten innerhalb von zwei Tagen auf der A7: Die Autobahnpolizei Göttingen intensiviert jetzt die Kontrollen zwischen Göttingen und Kassel.

  • Auf der A7 zwischen Göttingen und Kassel kam es zu schweren Unfällen mit mehreren Lkw
  • Die Autobahnpolizei Göttingen setzt nun verstärkt auf Kontrollen
  • 285 Verstöße an nur einem Tag erfasst

Auf einem kleinen Wartungsparkplatz neben der A7. Im Sekundentakt rauschen Fahrzeuge vorbei. Es blitzt. Auf einem Laptop erscheint ein Foto. Über 150 Kilometer in der Stunde, zeigt das Gerät an. Erlaubt ist an dieser Stelle eigentlich Tempo 120. 

Es ist einer von 185 Verstößen an diesem Tag, nur an dieser einen Stelle. „Noch lacht er“, sagt der Erste Polizeihauptkommissar Matthias Rink, Leiter der Polizeiautobahnwache Göttingen mit Blick auf das Foto des Fahrers.

A7: Schwere Unfälle mit Lkw - Kontrollen verstärkt

Nach mehreren schweren Unfällen mit Lastwagen auf der A7 setzt die Autobahnpolizei Göttingen verstärkt auf Kontrollen. „In jeder Schicht ist eine Kontrollaktion im südlichen Bereich geplant“, berichtet Rink. 

Am Dreieck Drammetal steht an diesem Tag die Geschwindigkeitsmessung von Pkw im Vordergrund. Am Tag zuvor haben Rink und seine Kollegen im Bereich Hedemünden auch Lkw kontrolliert.

Mit erschreckendem Ergebnis: 149 Lastwagenfahrer waren zu schnell unterwegs, der schnellste fuhr mit 96 Kilometern in der Stunde in einer 60er-Zone. Bei Kontrollen würden zudem im Schnitt zehn Verstöße wegen Nutzung elektronischer Geräte (Handy) festgestellt.

Kontrollen auf A7: Unfälle durch zu hohe Geschwindigkeit und Ablenkung

Laut Polizei ist es nicht nur überhöhte Geschwindigkeit, die Auffahrunfälle mit Lkw provoziere, sondern vor allem die Ablenkung. „Beim tödlichen Unfall am Dreieck Drammetal war die Bremsspur nur drei Meter lang. Wir schließen daraus, dass der Fahrer abgelenkt war“, erklärt Matthias Rink.

Mit ihren Kontrollaktionen wollen die Polizisten daher vor allem eines: Aufmerksamkeit schaffen für Gefahren und zu einer vorausschauenden Fahrweise anregen. 

Geschwindigkeitskontrolle auf der A7: Die mobile Messanlage kostet etwa 60.000 Euro.

„Wir zeigen Präsenz und machen damit deutlich: Jederzeit und überall sind Kontrollen möglich. Keiner kann sich sicher sein“, betont Rink. Wenn sich rumspreche, dass regelmäßig kontrolliert werde, würden sich mehr an die Verkehrsregeln halten, zeige die Erfahrung. 

Mobiler Blitzer auf der A7 im Einsatz: Verwarngelder werden eingetrieben

Die Technik macht es möglich: Das mobile Kontrollgerät lässt sich schnell aufbauen, Fahrbahnmarkierungen sind nicht nötig. Bilder und Geschwindigkeitsdaten werden per W-Lan sofort an den Laptop der Kontrolleure übertragen. Daneben kontrollieren die Autobahnpolizisten regelmäßig Abstände über ein Fotoverfahren von den Autobahnbrücken aus. Auch das Thema Ablenkung steht im Fokus. 

Das Eintreiben von Verwarngeldern sei auch bei Fahrern aus dem Ausland kein Problem mehr. „Wir haben Zugriff auf die europäische Datenbank. Wenn ein Spediteur nicht zahlt, wird das Fahrzeug spätestens bei der nächsten Zollkontrolle festgesetzt“, so Rink. Mit Blick auf der Prävention von Auffahrunfällen bei Lkw halten die Polizisten elektronische Abstandsregelsysteme für eine sinnvolle Lösung. 

A7: Verstärkte Kontrollen - Im Gespräch mit Hessen Mobil

„Die würden viele Auffahrunfälle vermeiden, da sie vorher abbremsen“, erklärt Rink. Leider ließen sie sich noch teilweise abschalten. Um künftige Unfälle zu vermeiden sei man zudem im Gespräch mit anderen Beteiligten, wie beispielsweise Hessen Mobil. 

Eine Idee, um die Aufmerksamkeit der Fahrer zu erhöhen, seien auch elektronische Warntafeln, die rechtzeitig vor einem Stauende warnen könnten, sagt der Autobahnpolizist.

Von Thomas Schlenz

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