1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hann. Münden

A7-Sperrung: Verkehrsbehinderungen im Raum Hann. Münden - Polizei geht ersten Hinweisen nach

Erstellt:

Von: Kathrin Plikat, Jens Döll, Ekkehard Maass

Kommentare

Stau auf der Bundesstraße 496 zwischen Lutterberg und Hann. Münden. Dort staute sich der Verkehr aus Richtung Münden auf etwa fünf Kilometer am Dienstagnachmittag.
Stau auf der Bundesstraße 496 zwischen Lutterberg und Hann. Münden. Dort staute sich der Verkehr aus Richtung Münden auf etwa fünf Kilometer am Dienstagnachmittag. © Fabian Diekmann

Die Sperrung der A 7 führt zu Verkehrschaos im Altkreis Münden. Das kristallisierte sich am Dienstag (10.01.2023) heraus. Betroffen sind Hann. Münden und Dransfeld und mehrere Dörfer.

Northeim/Göttingen/Hann. Münden – Die Autobahn 7 zwischen den Anschlussstellen Northeim-Nord und Hann. Münden/Lutterberg bleibt in Richtung Süden weiter gesperrt. Wie lange, ist aber noch völlig unklar. Auf dem rund 60 Kilometer langen Teilstück der A 7 hatte in der Nacht zu Montag (09.01.2023) vermutlich ein Tanklaster große Mengen der Chemikalie Paraffin verloren.

A7-Sperrung: Behinderungen in Südniedersachsen

Der Regen in der Nacht zu Dienstag (20.02.2023) hatte die Hoffnung auf Reinigung und Freigabe der Strecke bis Dienstagabend wieder zunichtegemacht: Die schmierige Substanz hatte sich erneut in dem offenporigen Asphalt abgesetzt und die Autobahn wieder in eine Rutschbahn verwandelt.

Zu Unfällen sei es aber zum Glück nicht gekommen, sagte eine Sprecherin der Polizei Göttingen. Am Dienstag wurde zunächst ein etwa 1,5 Kilometer langer Teilbereich zwischen den Anschlussstellen Hedemünden und Staufenberg-Lutterberg erneut von Spezialisten bearbeitet, so Patrick Amrhein, Pressesprecher der für diesen Autobahn-Abschnitt zuständigen „Die Autobahn GmbH“.

Man arbeite sich langsam in Richtung Norden vor, heißt es weiter. Aber die Reinigungsarbeiten würden auch durch die schlechte Witterung extrem erschwert.

Gerücht: Fahrbahn abfräsen?

Am Dienstagvormittag (10.01.2023) gab es in einer Krisensitzung zwischen den Autobahnbetreibern und der Autobahnpolizei Göttingen offenbar Überlegungen, die Fahrbahn auf dem kompletten 60-Kilometer-Teilstück abzufräsen und zu erneuern. Diese Arbeiten würden sicherlich zu einer wochenlangen Sperrung der Autobahn in Richtung Süden führen. Dazu gab der Pressesprecher auf Anfrage allerdings keine Stellungnahme ab.

Die Reinigung der A 7 gestaltet sich schwierig. Wann die aktuell noch gesperrte Strecke Richtung Süden freigegeben wird, ist noch offen. Unser Bild zeigt Reinigungsarbeiten am Dienstag im Bereich Nörten-Hardenberg.
Die Reinigung der A 7 gestaltet sich schwierig. Wann die aktuell noch gesperrte Strecke Richtung Süden freigegeben wird, ist noch offen. Unser Bild zeigt Reinigungsarbeiten am Dienstag im Bereich Nörten-Hardenberg. © Hubert Jelinek

Vielmehr werde nach seinen Worten weiterhin versucht, mit mehr als einem Dutzend Spezialfahrzeugen unter Hochdruck mit heißem Wasser die Substanz aufzulösen und abzusaugen. Ziel sei es nach wie vor, so schnell wie möglich Teilabschnitte der A 7 wieder für den Verkehr freigeben zu können.

Wann das möglich ist, ist laut Amrhein allerdings noch völlig offen. Nach der Wiederfreigabe von Teilabschnitten werden diese aber vorerst auf Tempo 80 begrenzt, betont Amrhein.

Erste Hinweise auf Verursacher

Bei der Autobahnpolizei Göttingen sind einige Hinweise zum möglichen Verursacher der Fahrbahnverschmutzung eingegangen, die geprüft und abgearbeitet werden. Aufgrund der Aussagen verdichten sich die Hinweise auf einen Sattelzug mit einem sehr hellen Tankauflieger mit seitlichem gelben Aufdruck als möglichen Verursacher, so eine Polizeisprecherin am Dienstagabend. Derweil versucht die Göttinger Polizei weiter mit Hochdruck, den Verursacher der massiven Autobahn-Verschmutzung zu ermitteln. Um Hinweise bittet die Polizei unter Telefon 05 51/491 65 15.

Hann. Münden und Dransfeld: viele Strecken dicht

„Bitte umfahren Sie den Bereich weiträumig, auch auf den Ausweichstrecken staut es sich“, hieß es am Dienstag (10.01.2023) in den Verkehrsnachrichten im Radio zu der Sperrung der A 7 von Northeim-Nord bis nach Lutterberg in Fahrtrichtung Süden über 60 Kilometer. Am Montag (09.01.2023) war noch von 50 Kilometern verschmutzter Fahrbahn die Rede gewesen.

Dass es zu massiven Verkehrsbehinderungen im Altkreis kam und kommen wird, bestätigte am Mittag auch die Polizei in Hann. Münden. Die Bundesstraße 3 aus Richtung Dransfeld kommend über Scheden und Volkmarshausen war total überlastet. Auch auf der B 496 von Hann. Münden nach Lutterberg reihte sich Auto an Lastwagen an Lastwagen an Auto. Fahrer, die diesen Weg einschlugen, mussten sich auf lange Wartezeiten gefasst machen. Ortskundige versuchten oftmals, weniger bekannte Wege zu nutzen.

In Hann. Münden war besonders die Neue Weserbrücke und die Veckerhägerhäger Straße von Staus betroffen. Sowie die B 80 aus Richtung Witzenhausen und Hedemünden kommend. Dort wurden beispielsweise am Mittag fünf Kilometer Stau zwischen Hedemünden und Hann. Münden gemeldet. Auch an der Feuerteichkreuzung im Stadtgebiet kam es zu verlängerten Wartezeiten.

Halteverbot in Dransfeld wegen A7-Sperrung

Um die Verkehrsbehinderungen in Dransfeld abzumildern, teilte Bürgermeister Jan-Thomas Geyer mit, dass man sich für ein halbseitiges Parkverbot an der B 3 (Lange Straße) im Stadtgebiet von Dransfeld entschieden habe. Hintergrund sei dabei die Reduzierung von Verkehrsstaus aufgrund des Begegnungsverkehrs.

Schwerverkehr in Dransfeld: Die Sperrung der A 7 führte dort zu vermehrten Verkehrsaufkommen.
Schwerverkehr in Dransfeld: Die Sperrung der A 7 führte dort zu vermehrten Verkehrsaufkommen. © Jens Döll

Das war auch am Dienstagmorgen zu beobachten. Lastwagen umfuhren langsam geparkte Fahrzeuge und blockierten so auch die Gegenfahrbahn. Um das Verbot deutlich zu machen, werde entsprechende Beschilderung angebracht. Laut Geyer soll das Parkverbot so lange gelten, wie auch die A 7 gesperrt ist.

Staus rund um Hann. Münden

Auf den Bundesstraßen rund um Hann. Münden kam es gestern zu massiven Staus und stockendem Verkehr. Am Nachmittag meldete die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen auf der B 3 zwischen Dransfeld und Neumünden vier Kilometer Stau, auf der B 496 zwischen der Pionierbrücke in Münden und der Auffahrt zur A 7 bei Lutterberg fünf Kilometer stockenden Verkehr und auf der B 80 zwischen Hedemünden und der B 3 in Münden fünf Kilometer Stau.

Bereits am Montag zeichnete sich ab, dass der Verkehr im Altkreis Münden aufgrund der Sperrung die Städte Hann. Münden und Dransfeld stark belastet. Die Polizei sprach am Montag von Behinderungen im Verkehr, die aber langsam abfließen.

Auch viele Mündener trieb das Thema um. In Sozialen Netzwerk gingen zahlreiche Fragen zum Zustand der Strecken und um Staus und Verzögerungen ein.

Thema in den sozialen Medien

Neue Weserbrücke: Bereits am Montag staute sich der Verkehr schon dort.
Neue Weserbrücke: Bereits am Montag (09.01.2023) staute sich der Verkehr schon dort. © Jens Döll

„Ich denke darüber nach, ob ich heute noch einkaufen Fahren“, berichtet ein Mündener, der anonym bleiben wollte. Sein Weg hätte nämlich die B 80 im Bereich des Edeka-Marktes gekreuzt, eine der Stellen, an denen sich der Verkehr in der Dreiflüssestadt staute.

Laut der Polizei muss die Fahrbahn der Autobahn aufwendig gereinigt werden. „Es kommen aktuell weiterhin Spezialfahrzeuge zum Einsatz, die heißes Wasser unter Hochdruck anwenden, um den paraffinähnlichen Stoff von der Fahrbahn zu lösen“, berichtet Polizeisprecherin Jasmin Kaatz am Dienstagnachmittag. Solange die Reinigungsarbeiten dauern, empfiehlt die Polizei und die Autobahn GmbH des Bundes, dem Fernverkehr aus Richtung Norden kommend das Gebiet Northeim, Göttingen und Hann. Münden weiträumig zu umfahren. Empfohlen werde:

A7-Sperrung: Großzügige Umfahrung wird empfohlen

Ab Hannover die A 2 in Richtung Dortmund nutzen, dann ab dem Kreuz Bielefeld auf die A 33 in Richtung Paderborn wechseln. Am Kreuz Wünnenberg-Haaren auf die A 44 in Richtung Kassel wechseln und schließlich am Dreieck Kassel-Süd zurück auf die A 7 fahren. Die Autobahn GmbH, die die Autobahnen in Deutschland verwaltet, rät allen Verkehrsteilnehmern, für ihre Fahrten mehr Zeit einzuplanen. (Kathrin Plikat/Jens Döll/Ekkehard Maaß)

Vor Kurzem führte ein brennender Lkw zu einer Vollsperrung der A7 im Bereich Hann. Münden.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion