Abiturienten-Verabschiedung: Freude am Leben wichtig

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Die Besten: Mit herausragenden Zeugnissen wurden 23 junge Menschen ausgezeichnet. Sie alle haben einen Notendurchschnitt von unter 2,0.

Hann. Münden. Mit einer Feierstunde im Welfenschloss verabschiedete das Grofend-Gymnasium seine Abiturienten.

„Vertraut in der Zukunft auf eure Kenntnisse, auf euer Geschick und euren Einfallsreichtum“, mit diesem Ratschlag beendete Heidrun Korsch, Schulleiterin des Grotefend-Gymnasiums, ihre Rede zur Entlassungsfeier der Abiturienten im Rittersaal des Welfenschlosses.

Sie stellte einen Wochenaufmacher in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung „Weltkarte des Glücks“ in den Vordergrund. Diese weist aus, dass die glücklichsten Menschen der Welt die Dänen sind, die Deutschen landeten auf Platz 35. Ausschlaggebend zum Glück seien laut Artikel Gesundheit, Geld und Wissensdurst.

„Ich bin sicher, dass ihr am Grotefend-Gymnasium eine solide Wissensbasis vermittelt bekommen habt, die für Studium und Berufsausbildung tragfähig sein wird.“ Hunderte von Wegen stünden mit dem Abiturzeugnis offen. „Wählt euer Berufsziel nicht allein nach dem Aspekt der Verdienstmöglichkeit, die Veränderungen sind in unserer globalisierten Welt zu rasant, sondern befragt euch selbst, was euch neugierig macht, was euch interessiert und was ihr schon immer wissen wolltet. Einstein formuliert das so: ,Wenn wir Freude am Leben haben, kommen die Glücksmomente von selber‘“, sagte Korsch.

Intelligenz, Begabung und Talent allein reichten nicht aus, weder in der Schule noch im Beruf. Fleiß, Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen seien die Zauberwörter, die Türen und Herzen öffnen. Höflichkeit und Zuverlässigkeit krönten sie noch.

„Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern“ - diesen Leitsatz von Malala Yousafzai aus Pakistan, die Ende vorigen Jahres mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, nahm Bürgermeister Harald Wegener in seiner Ansprache auf. „Ihr Handwerkszeug für eine der wichtigsten Prüfungen in ihrem Leben war sicher vielfältiger“, sagte er mit Blick auf die Abiturienten. Die Schulen könnten aber nicht alles lehren, was von Bedeutung sei oder werden könnte. „Doch ich bin überzeugt, sie haben an dem Grotefend-Gymnasium auch gelernt, wie man lernt“.

Stellvertretend für alle Abiturienten hielt Joschua Woischnik eine humorvoll- sarkastische Rede, in der er die acht Jahre Gymnasiumszeit kurz aufleben ließ.

Als Fünftklässler habe man in der Hackordnung der Schule ganz unten rangiert. Später fand man sich dann in der Oberstufe wieder und konnte die Vorzüge dieser Etappe genießen. „Endlich konnten wir unser Hassfach abwählen und sogar legal das Schulgebäude verlassen“. Dann habe das Vorabi vor der Tür gestanden und die Lehrer seien komisch geworden. Dann kam das Abi - der Rest sei Geschichte. Einen Dank schickte er an Eltern, Lehrer und Freunde, die es mit ermöglicht haben, das Abitur zu erlangen.

„Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange darauf freut“. Mit diesem Zitat des österreichischen Schriftstellers Arthur Schnitzler verabschiedete der stellvertretende Schulleiter Olaf Böhme vor der Zeugnisvergabe die Abiturienten.

Er betonte, dass die jungen Menschen mit den Abizeugnis in der Tasche zu den Privilegierten dieser Gesellschaft gehören würden. Und er machte deutlich, dass das Lernen nicht vorbei sei, sondern weiter gehe. (zpy)

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