Bindemittel an Zapfpistole

Weiße Körner an Zapfpistole: Fahrer musste Kraftstoff-Filter wechseln lassen

+
Enttäuscht: Herwarth Leben aus Bremke hat beim Tanken an einer Tankstelle in Hedemünden zu spät bemerkt, dass Bindemittel an der Zapfpistole war. Die Kosten musste er selbst tragen.

Hedemünden. Herwarth Leben  fühlt sich unfair behandelt. „Ich muss für etwas geradestehen, für das ich nichts kann", sagt der 53-jährige Mann aus Bremke bei Göttingen. „Und so etwas kann leider jedem, jeden Tag passieren."

Leben wollte einen Freund in Hedemünden besuchen und vorher sein Auto volltanken. Doch aus einem kurzen Zwischenstopp bei einer Tankstelle in Hedemünden ist ein längerer Aufenthalt geworden.

Als er zu Ende getankt hatte und die Tankpistole aus dem Stutzen zog, sind ihm erst daran und dann auch an der Pistole weiße Körner aufgefallen. „Das war Bindemittel, das auch auf dem Boden lag.“ Einem Kunden vor ihm sei die Pistole in das Bindemittel gefallen und der habe das dann nicht gemeldet, vermutet er. „Und gesund für das Auto ist das sicher nicht.“

120 Euro Kosten

Deshalb habe er dann gleich einen Tankstellen-Mitarbeiter verständigt, der ihm den Vorfall auch protokollierte. Am nächsten Tag ließ er sich in einer Werkstatt beraten. „Ich soll den Kraftstoff-Filter wechseln“, wurde ihm geraten. Kostenpunkt: 120 Euro.

Dies habe er dann der Stationsleiterin der TAS-Tankstelle in Hedemünden mitgeteilt. „Alle waren freundlich, aber dann ist die Stimmung plötzlich gekippt.“ Leben bezieht sich auf einen Anruf von einem Mitarbeiter des Betreibers der Tankstelle, Mönneke Mineralöle in Delligsen. „Ich sollte eine Dieselprobe zur Analyse in ein Labor schicken. Sonst würde gar nichts passieren“, sagt der Groß- und Außenhandelskaufmann. „Die Kosten dafür habe natürlich ich zu tragen. Dann habe ich mich informiert: rund 500 Euro.“ Das bestätigt Eike Mönneke, Geschäftsführer von Mönneke Mineralöle in Delligsen. „Wir sollten sofort bezahlen, aber der Kunde hat einen Schaden geltend gemacht, obwohl es faktisch keinen gab. Diesen gab es ja nur laut eigener Aussage.“

Diese prompte Zahlungsaufforderung sei Mönneke aber negativ aufgestoßen und ein weiterer Grund, weshalb er keine Entschädigung leisten wollte. „Von Beginn an hat sich die Kommunikation mit dem Kunden sehr schwierig dargestellt - auch bei der Gesprächsführung gibt es Grenzen“, erzählt Mönneke.

Grundlegend sei der Kunde an einer Selbstbedienungs-Tankstelle (SB) selbst für sein Handeln verantwortlich, „auch wenn an den Tankstellen natürlich immer versucht wird, alles top in Schuss zu halten. Und dass eine Zapfpistole in Bindemittel fällt, das soll natürlich nicht vorkommen.“

Dennoch sei es passiert und das bedauert Mönneke nach eigener Aussage und tue ihm leid.

Aber das ist Herwarth Leben nun egal. Die Geschichte sei nun vorbei, tanken möchte er in Hedemünden nicht mehr. (nic)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.