Pannenserie auf der A 7: Diesel ist für  Fahrbahnbelag schädlich

Reinigungsarbeiten: Die Staufenberger Firma Walke beseitigt auf der A 7 ausgelaufenen Diesel. Archivfoto:  Krischmann

Hann. Münden/Staufenberg. Die Unfall- und Pannenserien auf der Autobahn 7 in Südniedersachsen nerven nicht nur Autofahrer, die im Stau stehen. Die Reinigungsarbeiten an der Fahrbahnoberfläche werfen auch die Kostenfrage auf.

Anfang der Woche war die A 7 in Richtung Norden 13 Stunden lang dicht. Ein Lkw hatte vor der Werratalbrücke Diesel verloren.

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Heiko Lange vom Bad Gandersheimer Landesamt für Staßen- und Verkehr nennt ein Beispiel vom August 2011. Damals wurde die A 7 auf einem kurzen Teilstück voll gesperrt, um eine Ölspur zu beseitigen. Die reine Beseitigung des Öls auf einer Länge von etwa 50 Metern über drei Fahrspuren hat den Angaben zufolge allein 36.000 Euro gekostet. Kosten, die, wenn der Verusacher bekannt ist, diesem beziehungsweise seiner Versicherung in Rechnung gestellt werden. Die Kosten für den aktuellen Fall auf der A 7 kann er noch nicht beziffern.

Motoröl ist zwar glitschig und verdreckt den Fahrbahnbelag, ist aber nicht sonderlich aggressiv für die Schicht, verteilt sich außerdem langsamer.

Aggressiver Biodiesel

Das sieht beim Biodiesel anders aus. Es ist kein Geheimnis, dass gerade der Biosprit sehr aggressiv auf die Asphaltschicht wirkt. Die Zusammensetzung des Sprits vertrage sich nicht mit dem Asphalt, sagen immer wieder Autobahnpolizisten aus Erfahrung.

Das veresterte Biogemisch weicht durch seine Aggressivität den Fahrbahnbelag auf und frisst Fugen auf. Fahrbahnen müssen dann nicht selten abgefräst werden.

Sprit verteilt sich schnell

„So etwas gab es früher nicht“, sagt Jens Walke aus Staufenberg, Chef eines Kfz-Service-Betriebs, das auch Autobahnen von Schmierstoffen befreit. Schon im normalen Diesel betrage der Bioanteil acht Prozent, auch das sei, wenn Diesel auslaufe, für den Straßenbelag schädlich. Beim reinen Biodiesel sei die Wirkung jedoch viel intensiver. „Der ist aggressiv ohne Ende“, sagt Walke. Der dünnflüssige Sprit verteile sich schnelle, ganz besonders, wenn es noch regnet. Tankwagenfahrer, erzählt Walke, hätten oft zerfressene Schuhe, weil sie mit dem Biosprit immer wieder in Berührung kommen.

„Wenn der Treibstoffvier, fünf Stunden lang auf dem Belag liegt, kann ich den Asphalt mit einem Fingernagel abschaben.“

Wenn ein Lastwagen Diesel verliert, kommt es auf den schnellen Einsatz der Asphaltreiniger an. Wenn die Dieselspur noch nicht lange auf dem Belag liege, könne man mit einem Vorreiniger noch so einwirken, dass der Asphalt nicht so stark beschädigt wird, sagt Jens Walke: „Wenn der Treibstoff jedoch vier, fünf Stunden lang auf dem Belag liegt, kann ich den Asphalt mit einem Fingernagel abschaben.“

Von Axel Welch 

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