Futterstelle für Insekten

Agrar-Studenten aus Witzenhausen legen Blühwiese in Gimte an

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Gimte. Die blühende Ecke am Flößerweg in Gimte, nicht weit von der Weser, fällt auf: Lila und Weiß von Phacelia und Buchweizen krönen zur Zeit das Grün, hier und da leuchtet das satte Gelb der Ringelblume auf, und das dunkle Violett der einen oder anderen Malve setzt einen farblichen Akzent.

Der hübsche Anblick ist allerdings Nebensache: Bienen und Hummeln tun sich an den Blüten gütlich. Und das ist auch der Zweck des Ganzen: „Hier blüht es für Bienen, Hummeln und Co!“ verkündet ein orangefarbenes Schild. Neben einer Bank lädt es dazu ein, dem emsigen Treiben einfach mal zuzuschauen. Schmale Pfade sind gemäht, sodass man zwischen den Blüten hindurchgehen und versuchen kann, möglichst viele Arten zu entdecken.

Hubertus Siebald, Dozent an der Uni in Witzenhausen und Anwohner in Gimte, hat diese und eine weitere von ihm gepachtete Fläche zwischen Gimte und Volkmarshausen für das Blüh-Projekt zur Verfügung gestellt und mit Studierenden zusammen angelegt. So sind jetzt rund 4000 Quadratmeter im Stadtgebiet Hann. Münden Teil des bundesweiten Projektes „BienenBlütenReich“. Dahinter steht der Verein Mellifera, der ein Netzwerk blühender Landschaften knüpft, um dem Rückgang der Insekten entgegenzuwirken. 

Das unterstützt der Wahl-Gimter gern: Mit den Blühflächen will er zeigen, was jeder selbst, auch im eigenen Garten, tun kann, Lebensraum für Insekten zu schaffen. Ursprünglich habe er die Fläche zum Anbau gesunder Lebensmittel gepachtet. Kartoffeln und Knoblauch wuchsen darauf. „Jetzt wachsen dort gesunde Lebensmittel für Insekten“, sagt er schmunzelnd. 

Für die Studierenden des Fachbereichs 11, Ökologische Agrarwissenschaften, an der Uni in Witzenhausen sei die Blühfläche eine sehr gute praktische Projektarbeit, so Siebald. „Aufgrund der extrem hohen Insektenverluste in den letzten Jahren, haben wir uns im Rahmen einer Projektarbeit dazu entschieden, Blühflächen für „Bienen, Hummeln & Co“ anzulegen. Insekten benötigen während der gesamten Vegetationszeit Nektar und Pollen besonders im Spätsommer damit sie gut genährt in den Winter kommen und den dann auch überstehen,“ heißt es in der Pressemitteilung der Uni.

Studierende der ökologischen Agrarwissenschaft haben Blühflächen angelegt, hier bei Witzenhausen (von links): Marie Eben, Christian Baum, Elias Kernetzky und Felix Oppat. 

Vier Studierende machen mit: Elias Kernetzky, Marie Eben, Felix Oppat und Christian Baum haben inzwischen Blühflächen sowohl in Witzenhausen als auch in Hann. Münden eingerichtet, wo sie jeweils unterschiedliche Bodenbedingungen vorfanden.

Für Gimte haben sie die richtige Blühmischung, die hier zu 100 Prozent ökologisch ist, selbst zusammengestellt und von Hand ausgesät. Koriander und Buchweizen, wilde Möhre und Sonnenblumen, Phacelia und Klee, Ringelblume und viele andere Arten wurden ausgebracht, sodass abwechselnd über einen möglichst langen Zeitraum im Jahr immer etwas blüht. Die mehrjährige Mischung tut zugleich dem Boden gut, der gut durchwurzelt werde.

Das Netzwerk und kostenlose Besichtigungen

Hubertus Siebald und die Studierenden bieten kostenlose Führungen auf der Blühfläche „Im Bruch“ zwischen Gimte und Volkmarshausen an: Sonntag, 29. Juli, sowie Sonntag, 12. August. Um eine telefonische Anmeldung zwecks Absprache wird gebeten unter 0171/31 34 504. Seit fünfzehn Jahren setze sich das Netzwerk Blühende Landschaft (NBL) für die Verbesserung der Nahrungs- und Lebensgrundlage von Biene, Hummel, und anderen Insekten ein, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins Mellifera, der das Netzwerk gegründet hat. 

Ziel: die Landschaft wieder zum Blühen bringen, damit blütenbestäubende Insekten mehr Nahrung finden. Dabei arbeiten Imker, Landwirte, Naturschützer, Jäger, Gärtner, Landschaftsplaner und andere mehr zusammen und entwickeln Konzepte und Projekte für mehr Blütenvielfalt. Wer keine eigene Fläche zu bewirtschaften hat oder keine Zeit, sich um eine Blühfläche zu kümmern, der kann auch Blühpate werden: Ab 15 Euro im Jahr wird dann eine Blühfläche für ihn angelegt.  www.bluehende-landschaft.de

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