Aldi-Projekt in Lutterberg platzt: Kirche verkauft Grundstück nicht

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Staufenberg-Lutterberg mit Gewerbegebiet und geplanter Ansiedlungsfläche für Aldi Nord.

Lutterberg. Das Nein im Kirchenvorstand der Evangelischen Gemeinde Lutterberg fiel einstimmig: Alle fünf Mitglieder sprachen sich gegen einen Verkauf des Kirchengrundstücks aus, das für den Bau eines neuen Aldi-Zentrallagers in Lutterberg entscheidend wäre.

Der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Helmut Münkel, gab diese Entscheidung im Anschluss an den Erntedank-Gottesdienst soeben der Gemeinde in der Kirche bekannt. Die Zuhörer quittierten die Nachricht mit Applaus, teilweise mit Tränen in den Augen.

Das Grundstück hat eine zentrale Lage, ohne diese Fläche kann der Aldi-Konzern sein Vorhaben in Lutterberg nicht verwirklichen. Darauf hatte Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein bereits in der jüngsten Ratssitzung hingewiesen.

Tanja Röther und Helmut Münkel vom Kirchenvorstand geben am Ende des Erntedankgottesdienstes in Lutterberg die Entscheidung bekannt.

Der Vorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Lutterberg folgt mit seiner Entscheidung dem Ergebnis seiner Umfrage: 518 Gemeindemitglieder waren persönlich angeschrieben und aufgefordert worden, ihre Meinung zu äußern - verkaufen, ja oder nein? 125 sprachen sich für den Verkauf aus, 194 dagegen. Sechs Antworten waren ungültig, 193 Angerschriebene beteiligten sich nicht an der Umfrage.

Der Kirchenvorstand habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, skizzierte es Münkel, in der vergangenen Woche "haben wir viel gebetet, geweint und abgewogen". Ihn erreichten Briefe aus allen Richtungen, vom Bittsteller bis zur Drohung mit Kirchenaustritt.

Die Entscheidung, die der Kirchenvorstand zu fällen hatte, habe Auswirkungen auf mehrere Generationen, das habe man im Blick gehabt. Sie spiegele den Respekt vor der Meinung der Gemeindemitglieder wider.

Allen sei klar, dass, so froh die einen über dieses Votum sind, es auch viele gebe, die damit nicht einverstanden seien.

Der Kirchenvorstand lädt die Lutterberger ein, auch weiterin zur Entscheidung das Gespräch mit ihm zu suchen. (zsk/tns)

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