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An vier verschiedenen Standorten: Sommerschule im Landkreis Göttingen

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Von: Hannah Köllen

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Breites Programm in der Sommerschule: Einige der Teilnehmer präsentieren ihre selbst gemachten Tagebücher. Im Hintergrund zu sehen: Dirk Glowatz vom Landkreis Göttingen (von links), Benjamin Vollbrecht, Annett Kruse und Jutta Lieb (Jugendhilfe Münden).
Breites Programm in der Sommerschule: Einige der Teilnehmer präsentieren ihre selbst gemachten Tagebücher. Im Hintergrund zu sehen: Dirk Glowatz vom Landkreis Göttingen (von links), Benjamin Vollbrecht, Annett Kruse und Jutta Lieb (Jugendhilfe Münden). © HANNAH KÖLLEN

Im Landkreis Göttingen findet in den ersten drei Wochen der Sommerferien eine Sommerschule unter dem Namen „Learn & fun“ statt. Das Ferienprogramm richtet sich an Grundschüler mit Lerndefiziten. Finanziert wird es vom Landkreis.

Hann. Münden – Mathematikaufgaben lösen, früh aufstehen und das während der Ferien? Klingt nicht so toll? Anders sehen das die Kinder, die an der Sommerschule „Learn & Fun“ an vier Standorten im Landkreis teilnehmen. Neben schulischen Lerninhalten stehen auch verschiedene Ausflüge und Unternehmungen auf dem Programm.

Die Sommerschule findet in den ersten drei Ferienwochen werktags zwischen 9 und 15 Uhr sowohl in Hann. Münden als auch in Duderstadt, Reinhausen und Osterode statt.

„Das Angebot richtet sich an Kinder in Grundschulklassen, die mit Lerndefiziten zu kämpfen haben“, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises Göttingen. Die Sommerschule biete den Kindern die Möglichkeit, Lerninhalte spielerisch zu entdecken. Die Teilnahme ist für die Kinder kostenlos.

Finanzierung durch Präventionsfonds

Finanziert wird die Sommerschule an allen vier Standorten aus einem 200 000 Euro hohen Präventionsfonds des Landkreises. Mithilfe des Fonds sollen Projekte unterstützt werden, die die Resilienz, also die psychische Widerstandskraft von Kindern und Jugendlichen fördern.

Am Standort in Hann. Münden wird das Projekt von der Jugendhilfe Münden betreut. Neben Ausflügen zum Gut Fahrenbach in Witzenhausen, zur Tillyschanze in Hann. Münden, zum Tierpark Sababurg in Hofgeismar und ins Naturkundemuseum nach Kassel standen außerdem ein Barfußpfad, Bogenschießen, Armbänder weben, Baumstämme zählen und Mathematikfußball auf dem Programm.

„Ziel ist es, die Lerneinheiten in die Aktivitäten einzubauen. Der Spaßfaktor ist dabei besonders wichtig“, sagt Dirk Glowatz vom Fachdienst Kinder- und Jugendarbeit, Jugendschutz und Jugendberufshilfe beim Landkreis. „Die Kinder sollen hier erfahren, dass es Spaß machen kann, etwas Neues zu lernen“, sagt Annett Kruse, Leiterin der Jugendhilfe Münden.

„Buntes Programm an Aktivitäten“

Auch ein gemeinsames Frühstück und Spiele zur Förderung der Sozialkompetenz werden in der Sommerschule angeboten. „Wir haben immer ein buntes Programm an Aktivitäten“, sagt Jutta Lieb von der Jugendhilfe Münden. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Benjamin Vollbrecht betreut sie die Ferienmaßnahme in Hann. Münden.

Insgesamt 110 Kinder nehmen in den drei Wochen an allen vier Standorten im Landkreis an dem Angebot teil. In Hann. Münden besteht die Gruppe pro Woche aus acht Kindern. Diese Gruppengröße solle nicht überschritten werden, „weil wir in kurzer Zeit mit hoher Intensität mit den Kindern arbeiten“, sagt Glowatz.

„In diesem Jahr gibt es zumindest für den Standort in Hann. Münden eine Warteliste“, sagt Jutta Lieb.

Programm soll Corona-Defizite ausgleichen

„Das Programm variiert teilweise je nach Gruppenkonstellation. Aber Spiele an der frischen Luft sind immer dabei“, sagt Jutta Lieb. Die Sommerschule soll auch die „Defizite, die im Home-Schooling während der Corona-Zeit entstanden sind, ausgleichen“, sagt Glowatz.

Ein wichtiger Aspekt sei außerdem, den Kindern eine gewisse Tagesstruktur zu geben, die viele in der Zeit der Lockdowns und des Home-Schoolings verloren hätten. In einem selbst gestalteten Tagebuch halten die Kinder fest, was sie in der Sommerschule erlebt haben. In der gemeinsamen Abschlussrunde, in der die Kinder ein Feedback zu ihrer Zeit in der Sommerschule geben können, schneidet vor allem das Bogenschießen besonders gut ab.

„Mir hat das Bogenschießen am allerbesten gefallen. Vor allem, weil ich mitmachen konnte, obwohl ich momentan einen gebrochenen Arm habe. Damit das klappt, habe ich eine kleine Hilfestellung bekommen“, sagt die zehnjährige Yasmin. Auch bei der achtjährigen Paula kam das Bogenschießen besonders gut an. „Ich fand aber auch den Ausflug zur Sababurg und den Barfußpfad toll.“

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