Coronakrise in Niedersachsen

Ansturm auf die Soforthilfe - Landesweit bisher eine halbe Milliarde ausgezahlt

Ansturm auf die Soforthilfe: Landesweit bisher eine halbe Milliarde ausgezahlt
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Ansturm auf die Soforthilfe: Landesweit bisher eine halbe Milliarde ausgezahlt

Viele Unternehmen und Selbstständige stellen derzeit einen Antrag auf Soforthilfe. Der Andrang auf den Online-Antrag der Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank) ist hoch.

Seit Beginn der Krise gingen dort 116 000 Anträge ein, sagt Pressesprecher Bernd Pütz. 88 000 seien bereits bewilligt. Seither sind demnach 556 Millionen Euro Soforthilfe ausgezahlt worden. Die Zahlen gebe es derzeit nur landesweit, bisher könne man keine regionalen Aussagen machen.

Etwa 80 Prozent der Anträge werden von Kleinstunternehmen gestellt, so der Sprecher. Das entspreche generell der Größenverteilung der Unternehmen in Niedersachsen.

Die Soforthilfe ist gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten und beträgt inklusive der vom Bund bereitgestellten Mittel bis zu 9000 Euro für Soloselbstständige und Betriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern, bis zu 15 000 Euro für Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern und bis zu 25 000 Euro für Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern.

Um die Vielzahl an Anfragen händeln zu können, werden die 400 Mitarbeiter der NBank von 100 zusätzlichen aus Ministerien und der IHK und HWK unterstützt. Bei etwa 40 000 Anträgen müssten Mitarbeiter bisher nacharbeiten, weil der Antrag unvollständig gewesen sei. Auch viele mehrfach eingereichten Anträge müssten aussortiert werden.

Den Beratungsbedarf spürt auch die Wirtschaftsförderung Region Göttingen GmbH, die Betriebe zur Soforthilfe berät. „Wir haben unsere Arbeit komplett auf dieses Thema umgestellt“, sagt Sprecher Gregor Motzer. In der Hochphase nehmen fünf Mitarbeiter bis zu 30 Anrufe am Tag entgegen, seit den Osterfeiertagen habe sich die Lage etwas entspannt.

Weiter hoch bleiben auch die Anzeigen von Kurzarbeit. Für den Bezirk der Agentur für Arbeit in Göttingen, zu dem Stadt und Landkreis Göttingen sowie der Landkreis Northeim zählen, ergab eine Sonderauswertung am 8. April 2000 Anzeigen innerhalb von 14 Tagen. Aktuelle Zahlen gibt es laut einer Sprecherin erst wieder zum Ende des Monats.

Die Arbeitsagentur hat die Arbeitszeiten ausgeweitet, um die Anfragen händeln zu können. Die 14 Mitarbeitende im Bereich Kurzarbeit sind um das 10-fache aufgestockt worden. Außerdem unterstützen auch Azubis und Studenten die Telefonberatung.

Landkreis schaltet Hotline für Hilfe

Um Unterstützung bei wirtschaftlichen Notlagen zu geben, schaltet der Landkreis Göttingen ab kommenden Dienstag eine Corona-Hotline für wirtschaftliche Notfälle. Sie ist ab dann wochentags von 9 bis 12 Uhr erreichbar unter 0551 525-3001. Die Beratung richtet sich an Privatpersonen und Vereine, Haupt- und Ehrenamtliche, Organisationen und Einzelunternehmer, die noch kein passendes finanzielles Hilfsangebot gefunden haben oder für die es bisher keins gibt.

Alle Infos zu Corona im Raum Göttingen gibt es in unserem News-Ticker.

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